Eine Schülerin meldet sich im Unterricht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

Tausende Lehrer fehlen Bertelsmann-Studie: "Lehrermangel dramatischer als befürchtet"

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Bis zum Jahr 2025 werden mindestens 26.300 Grundschullehrer fehlen - das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Wenn das zutrifft, wäre der Mangel noch deutlicher als von der Kultusministerkonferenz erwartet.

Die Kultusminister hatten im vergangenen Oktober einen Mangel von 15.300 Grundschullehrern errechnet. Einer der Autoren der Bertelsmann-Studie sprach von einem Weckruf. Die Kinder, die 2025 eingeschult werden sollen, seien schließlich schon auf der Welt.

Quereinsteiger gesucht

Die Verfasser der Studie kommen zu ihren Schlussfolgerungen aufgrund neuer Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die gehen von zusätzlich rund 170.000 Grundschulkindern im Jahre 2025 aus.

Kurzfristige Lösungen seien nun das Gebot der Stunde, sagen die Studienmacher. Quereinsteiger müssten eingestellt und gut qualifiziert werden. Außerdem sollten baldige Ruheständler dazu bewegt werden, ihre Rentenpläne zu verschieben und es müssten Teilzeitquoten gesenkt werden.

Experte: Quereinsteiger sind für Grundschulen nicht qualifiziert

Der Schulpädagoge und Bildungsforscher, Professor Jörg Ramseger, sieht die Forderung nach Quereinsteigern allerdings kritisch. Diese seien für die Arbeit an Grundschulen nicht qualifiziert.

Stattdessen fordert er eine deutliche Aufstockung der Zahl an Studienplätzen. "Der Lehrerberuf ist an sich sehr attraktiv. Wir haben keinen Mangel an Bewerbern", so Ramseger im SWR. "Diese werden aber Mangels Studienplätzen häufig noch abgewiesen."

Als kurzfristige Lösung sollten parallel dazu Gymnasiallehrer in den Grundschulen einspringen; Quereinsteiger aber nur bei wirklichem Bedarf und in Sekundarstufen eingesetzt werden:

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