Helfer versuchen, Waldbrände im Amazonas-Gebiet zu löschen (Foto: Reuters, Reuters)

Bericht von Human Rights Watch Lebensgefahr in Brasilien: Wer die Umwelt schützt, wird getötet

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Die Gewalt gegen Waldschützer in Brasilien wird immer schlimmer. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat in ihrem Bericht 28 Morde aus den letzten Jahren dokumentiert - und die seien nur ein kleiner Ausschnitt der Realität.

Wer sich in Brasilien für den Wald einsetzt, der begibt sich in Lebensgefahr - so lässt sich der jüngste Bericht von Human Rights Watch zusammenfassen. Die Organisation nennt ihren Bericht selbst "Mafia des Tropenwaldes".

Mindestens 28 Morde in den letzten Jahren

Gewalt und Straflosigkeit leisten der Abholzung des Regenwalds Vorschub, prangert die Menschenrechtsorganisation an. Human Rights Watch hat 28 Morde aus den letzten Jahren dokumentiert.

Umweltschützer, Stammesführer indigener Völker - ja sogar Beamte der Umweltbehörde und Polizisten wurden umgebracht, weil sie den Interessen der Holzfäller im Weg standen, heißt es in dem Bericht.

Mafiöse Strukturen bei den Holzfällern

Den Holzfällern wirft Human Rights Watch vor, in mafiösen Strukturen zu arbeiten. Der Staat habe dagegen wenig Interesse, diese Fälle aufzuklären. Die Polizei habe fast nie ernst zu nehmende Ermittlungen geführt und selbst die 28 Toten seien nur ein kleiner Ausschnitt.

Die katholische Landpastoral habe in den letzten zehn Jahren mehr als 300 Tote bei Landkonflikten in Brasilien gezählt.

Im Video: Bolsonaros Werk und Deutschlands Beitrag - Welche Verantwortung haben deutsche Firmen an der Zerstörung des Amazonas?

Präsident Bolsonaro stellt sich offen gegen Umweltschützer

Die Gewalt gegen Waldschützer habe auch nicht erst unter Präsident Jair Bolsonaro angefangen. Doch seit er im Amt ist, sei die Situation für Umweltschützer noch schlimmer geworden.

Bolsonaro äußert sich offen feindlich gegen Umweltschützer - während er denen, die Wälder abholzen Unterstützung verspricht. Daher könnten die Kriminellen, die die Abholzung vorantreiben, inzwischen ganz offen auftreten.

Insofern ist Bolsonaro aus Sicht der Organisation Human Rights Watch auch eindeutig für die Zunahme verheerender Brände im Amazonas-Gebiet mitverantwortlich.

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