Symbolbild einer Impfung (Foto: dpa Bildfunk)

Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO: Impfgegner gehören zu den größten Risiken der Weltgesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation hat Impfgegner als große Gefahr eingestuft. Masern und Grippe, so die Unterorganisation der UNO, seien wieder auf dem Vormarsch.

Masern können zu nicht behandelbaren und irreversiblen Gehirnentzündungen führen. Ebenso wie Grippeinfektionen können auch die Masern tödlich verlaufen. Beide Krankheiten sind hochansteckend. Impfgegner, also Menschen, die sich bewusst gegen Impfungen für sich und auch ihre Kinder entscheiden, zählt die Weltgesundheitsorganisation WHO deshalb zu den zehn größten Gefahren für die Weltgesundheit.

1,5 Millionen Tode könnten verhindert werden

Weltweit könnten 1,5 Millionen Todesfälle verhindert werden, wenn die Impfbereitschaft verbessert würde, so der WHO-Bericht. Je weniger Menschen jedoch geimpft seien, umso leichter breiteten sich Krankheiten aus, die eigentlich ausgerottet werden könnten. Masern zum Beispiel hätten auch wegen der Impfgegner weltweit um zuletzt 30 Prozent zugenommen.

Gründe, warum Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen, sind laut WHO oft gefährliches Unwissen oder der Glaube an Falschmeldungen im Internet über angebliche Gefahren durch Impfungen. Auch in Deutschland gibt es nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine besorgniserregende Zahl von Impfgegnern. Eine Folge davon sei die Masern-Epidemie 2018 in der Region um Köln gewesen.

Warum Impfungen wichtig für die gesamte Gesellschaft sind, erklären die Kollegen von BR24 in diesem Video.

Die Weltgesundheitsorganisation erklärt Impfgegner zur globalen Bedrohung. So könnten sich Krankheiten wie Masern wieder ausbreiten, der Herdenschutz werde ausgehebelt.

2017 gab es in Deutschland rund 1.000 Masernfälle. Ein Mensch starb, rund 40 Prozent der Erkrankten mussten stationär behandelt werden. Die Masern sollten eigentlich bis 2020 in Deutschland ausgerottet werden.

Weitere Gefahren für die Weltgesundheit

Als größte Gesundheitsrisiken stuft die UN-Organisation auch Ebola, Antibiotikaresistenzen, Übergewicht, Grippeepidemien, ungenügende Gesundheitssysteme oder chronische Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen ein. Letzte seien für 70 Prozent aller Todesfälle welt weit verantwort - das sind 41 Millionen Tote pro Jahr.

REDAKTION
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