Tatra-Gebirge: Ein Rettungshubschrauber und ein Krankenwagen transportieren die bei einem Blitzeinschlag verletzte Menschen in eine Klinik (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Bartlomiej Jurecki/AP/dpa)

Bergkreuz zog Blitze an Tatra-Gebirge: Suche nach möglichen Opfern geht weiter

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Nach dem schweren Gewitter im Tatra-Gebirge am Donnerstag werden noch immer fünf Personen vermisst. Durch Blitzeinschläge waren fünf Menschen getötet worden, darunter auch zwei Kinder, etwa 160 Menschen wurden verletzt.

Einsatzkräfte der Bergrettung suchten bis in den Freitagabend weiter nach möglichen Opfern des schweren Gewitters am Giewont-Massiv in der südpolnischen Tatra.

Einige der Verletzten werden noch immer in umliegenden Krankenhäusern behandelt. Sie erlitten zum Teil schwere Verbrennungen, als Blitze in ein massives, meterhohes Eisenkreuz auf dem Gipfel des fast 1.900 Meter hohen Giewont einschlugen. Auch in Kletterketten aus Metall, an denen sich die Wanderer festgehalten hatten, waren Blitze gefahren.

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Gerade jetzt in der Ferienzeit sind viele Touristen in dem Gebirge unterwegs - es zählt zu den beliebtesten Wandergebieten in Polen. Bis auf weiteres sind aus Sicherheitsgründen nun alle Wege zum Giewont-Gipfel gesperrt.

Fünf Tote und rund 160 Verletzte

Mit einem so schweren Gewitter mit derart heftigen Blitzen hatten die Wanderer am Donnerstag offenbar nicht gerechnet. Nach Angaben der Bergrettung wurden bei dem Unwetter insgesamt etwa 160 Menschen verletzt.

Ein polnischer Arzt sagte im Privatsender "TVN-24":

"Die Verletzungen sind verschiedenster Art, angefangen mit Personen in sehr schlimmem Zustand, mit Kopf-, Gehirnverletzungen. Wahrscheinlich sind die Patienten gestürzt. Bis hin zu oberflächlichen Verletzungen wie Verbrennungen ersten und zweiten Grades. Es gab viele Verbrennungen von Handflächen, denn die Menschen haben sich an der Metallkette entlang der Wege festgehalten. Die wurde so heiß, dass sie Verbrennungen verursachte." 

Der Zustand einiger Verletzter sei sehr kritisch, erklärte der Arzt weiter. Die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen.

Polens Ministerpräsident spricht mit der Presse (Foto: Reuters)

"Alles, was gemacht werden konnte, wurde gemacht"

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki war noch am Donnerstagabend nach Zakopane gereist. Er sprach den Angehörigen und Opfern sein Mitgefühl aus und wandte sich an die Helfer vor Ort, an die Ärzte und Mitarbeitenden im Krankenhaus:

"Sehr viele Menschen stehen unter Schock, sind im sehr schlechten psychischen Zustand. Ich möchte allen Helfenden in diesen tragischen Momenten sehr herzlich danken und möchte versichern, dass hier jede mögliche Hilfe geleistet wird. Alles, was gemacht werden konnte, wurde gemacht."

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki
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