Erste Hilfe (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa)

Schüler nach Zusammenbruch schwerbehindert BGH: Sportlehrer müssen Erste Hilfe leisten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein Urteil zu einem Vorfall im Sportunterricht mit Langzeitfolgen für den Schüler aufgehoben und eine Neuverhandlung angeordnet - ein Teilerfolg für den Kläger.

Im Jahr 2013 war ein Gymnasiast aus Wiesbaden beim Aufwärmen im Sportunterricht zusammengebrochen und ist seitdem zu 100 Prozent schwerbehindert. Der inzwischen 24-Jährige hatte das Land Hessen wegen unzureichender Erste-Hilfe-Maßnahmen verklagt (Az. III ZR 35/18).

Der Bundesgerichtshof urteilte nun, Sportlehrer hätten eine Amtspflicht, erforderliche und zumutbare Erste-Hilfe-Maßnahmen rechtzeitig und in ordnungsgemäßer Weise durchzuführen. Damit hob der BGH in Karlsruhe ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt auf. Der Fall muss dort neu verhandelt werden.

Bernd Wolf aus der SWR-Rechtsredaktion erläutert das Urteil:

Dauer

500.000 Euro Schmerzensgeld gefordert

Der damalige Schüler rügt, die Lehrerin habe bis zum Eintreffen des Notarztes mindestens acht Minuten jegliche Reanimationsversuche unterlassen und fordert daher mindestens 500.000 Euro Schmerzensgeld, knapp 100.000 Euro für die Erstattung materieller Schäden sowie eine monatliche Mehrbedarfsrente von etwa 3.000 Euro.

Vorinstanzen wiesen die Klage ab

In den Vorinstanzen hatte die Klage keinen Erfolg. Dies wurde damit begründet, dass es nicht sicher sei, dass mögliche Erste-Hilfe-Fehler der Lehrer auch Ursache für den Gesundheitszustand des Klägers seien. Dagegen richtete sich die Revision vor dem BGH.

Richtig Erste-Hilfe leisten: SWR-Redakteurin Veronika Simon erklärt, wie es geht:

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