Whistleblower Edward Snowden (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christian Charisius/dpa)

Autobiografie von Edward Snowden erscheint "Es ist zu hoffen, dass Snowdens Geschichte nochmal etwas auslöst"

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Vor gut sechs Jahren hatte Whistleblower Edward Snowden mit seinen Veröffentlichungen zur Massenüberwachung ein politisches Erdbeben ausgelöst. Jetzt kommt seine Autobiografie auf den Markt.

"Spiegel"-Autor Marcel Rosenbach hat selbst ein Buch über Snowden und seine Enthüllungen geschrieben und die Autobiografie mit dem Titel ""Permanent Record. Meine Geschichte" schon im Vorabdruck gelesen.

Ihm habe das Buch neue Erkenntnisse geboten, auch wenn der Fall Snowden schon in diversen Filmen, Büchern und Theaterstücken verarbeitet wurde, so Rosenbach. "Die überraschendste Enthüllung ist ganz am Ende des Buches, dass Snowden geheiratet hat", so Rosenbach im SWR. "Ansonsten ist es natürlich etwas anderes, wenn wir als Journalisten uns recherchierend einem Leben nähern, als wenn der Mensch, der sich entschieden hat, zum Whistleblower zu werden, seine Geschichte mit eigenen Worten enthüllt."

"Sehr eindrückliche Beschreibungen"

Mit seinen Enthüllungen habe Snowden 2013 eine Bewusstseinsverschiebung ausgelöst: "Vielen Menschen ist bewusst geworden, was Massenüberwachung tatsächlich bedeutet, wie umfangreich sie ist, und dass sie eben auch von westlichen Demokratien in diesem Maße ausgeführt wird." Nun hofft Rosenbach, "dass seine Geschichte, wie er sie erzählt, vor allen Dingen die Motive, die er beschreibt, die ihn zu seinem Handeln gebracht haben, noch einmal etwas auslösen. Es ist sehr eindrücklich, wie er beschreibt, was das alles für unser Zusammenleben in demokratischen Gesellschaften. bedeutet."

Snowdens Autobiografie "Permanent Record" (Foto: S. Fischer Verlag)
Snowdens Autobiografie "Permanent Record" S. Fischer Verlag

"Snowdens Einfluss ist nach wie vor groß"

Einfluss auf die Whistleblower-Szene habe Snowden trotz seines Exils in Russland nach wie vor: "Es gibt, nicht nur wenn man mit Geheimdienstlern spricht, eindeutig eine Zeit vor Snowden und nach Snowden. Er ist eine sehr bestimmende und auch historisierte Figur. Es gab Whistleblower, die sich auf ihn berufen haben. Aber momentan ist er auf seine Drei-Zimmer-Wohnung in Moskau beschränkt - das beschreibt er auch in seinem Buch - und seine Art des Einflusses ist es, zum einen das Buch geschrieben zu haben, zum anderen immer wieder Live-Interviews per Videoschalte in alle Welt zu geben."

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