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Diskussion über SUVs. Ein Kommentar Überflüssige Debatte über ein überflüssiges Auto

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Geländelimousinen braucht kein Mensch, findet Martin Rupps. Trotzdem hält er nichts von Forderungen nach einer höheren KfZ-Steuer oder City-Fahrverboten für diesen Fahrzeugtyp.

Seit ein SUV-Fahrer am Freitag in Berlin einen Unfall mit vier Toten verursacht hat, hagelt es Kritik an diesem Fahrzeugtyp – einer Art Kreuzung aus Limousine und Geländewagen. Politiker und Vertreter von Verbänden fordern eine höhere Kraftfahrzeugsteuer für die rollenden Trutzburgen oder gar Fahrverbote in Innenstädten. Über die – wie ich finde sehr wichtige – Frage, ob der Unfall mit einem kleineren Auto glimpflicher verlaufen wäre, schweigen sie in ihrem Forderungseifer hinweg.

SUV-Geöändewagen (Foto: Colourbox)
Seit Jahren erfreuen sich SUVs wachsender Beliebtheit

Natürlich, kein Mensch braucht einen SUV. Pseudorationale Verkaufsargumente wie „hoher Einstieg“ und „gute Rundumsicht“ täuschen über tiefer liegende Motive hinweg. Im mobilen Bunker lässt sich der tägliche Daseinskampf auf den Straßen super behaglich ertragen. Der aggressive Kühlergrill drückt Macht und Stärke von Fahrern aus, die oft schon ihren ersten Bandscheibenvorfall hinter sich haben.

Leider sind die Forderungen der SUV-Kritiker keinen Deut vernünftiger. Selbst wer einen Einsteiger-SUV wie den Nissan Qashquai oder BMW X1 kaufen oder leasen kann, nimmt auch eine höhere Kfz-Steuer in Kauf. Ein SUV-Fahrverbot in Städten ist für mich ein Eingriff in individuelle Freiheitsrechte. Bei Dieselautos lässt sich der Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoss und schlechter Luft wissenschaftlich führen, eine höhere Verkehrsgefährdung durch SUVs nicht.

Gegen SUVs hilft nur, die Scham ihrer Fahrer zu wecken – etwa mit einer Kampagne des Kinderschutzbundes: „Papa, geht’s bitte eine Nummer kleiner?“

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