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Ausmisten als Lebensphilosophie. Ein Kommentar Aufräumen – die neue Religion

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Mit ihrem Buch „Magic Cleaning“ hat Marie Kondo das Aufräumen zur Lebensphilosophie gemacht. Martin Rupps lässt die neue Lehre und die Leidenschaft ihrer Anhänger völlig kalt.

Bis Freitagvormittag lebte ich in der Annahme, Philosophen und Wissenschaftler bewegen die Welt. Pustekuchen, es sind die Aufräumerinnen.

SWR2 hat einen wirklich hörenswerten Beitrag über die neue Lebensphilosophie des Aufräumens gesendet. Wer seine Wohnung aufräumt, räumt im Kopf auf, könnte man ihre Botschaft auf einen Nenner bringen. Die Dame, der wir diese bahnbrechende Erkenntnis verdanken, ist Marie Kondo, eine Japanerin, die seit ihrem Bestseller „Magic Cleaning“ Weltruf genießt.


Den SWR2-Beitrag über Aufräumen als Lebensphilosophie können Sie hier hören:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
8:30 Uhr
Sender
SWR2

Das Buch war erst der Anfang. Inzwischen gibt es auch in Deutschland zertifizierte Kondoianer, sogenannte KonMari-Consultants, die in Kursen das Aufräumen nach Kondo vermitteln. Im SWR2-Beitrag kommt eine Frau mit diesem Zertifikat zu Wort. Sie spricht über Marie Kondo mit religiöser Erhabenheit.

Ich kann vielen Modebewegungen für ein besseres Leben etwas abgewinnen, etwa dem Hype um die Achtsamkeit. Achtsam essen statt Coffee-to-go-Kultur. Meinetwegen sollen die Leute auch Baumstämme umarmen oder in Gruppen nacktwandern. Aber Aufräumen als spirituelles Erlebnis? Nein. Fehlt nur noch die Anleitung, wie man richtig aus dem Fenster guckt!

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