Thomas Cook Flugzeuge parken am Birmingham Flughafen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Photoshot)

Aus für britischen Tourismus-Konzern Was lief schief bei Thomas Cook?

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Der Verfall des Pfundes, das Wetter oder ein Rückgang an Pauschalreisen allgemein: Laut Tourismus-Experte Professor Christian Buer gibt es viele Gründe für die Pleite von Thomas Cook.

Die Insolvenz des Reise-Konzerns Thomas Cook hat sich laut dem Tourismus-Experten Professor Christian Buer von der Hochschule Heilbronn schon lange abgezeichnet: "Die Misere ist nämlich, dass dieser Pauschalreiseveranstalter auf dünnem Eis die Masse versucht hat mit geringen Margen abzuholen und in der Refinanzierung nicht ausreichend Finanzmittel hatte, um das durchzuhalten."

Warum es immer schwieriger wird, Pauschalreisen zu verkaufen

Insgesamt seien solche Massenanbieter wie Thomas Cook nicht mehr so gefragt, weil "die junge Generation lieber mit ihrem eigenen Rucksack und auf eigenes Risiko reist." Pauschalreisen würden, wenn überhaupt, nur angenommen, wenn das Angebot sehr günstig ist. Damit habe auch TUI in Deutschland zu kämpfen.

Durch die große Transparenz im Internet würden gerade junge Menschen schnell und kurzfristig Reisen buchen. Reiseunternehmen müssten dann genau im richtigen Moment auf das richtige Pferd setzen:

"Jetzt hat Thomas Cook wieder sehr viel Spanien im Angebot gehabt, um sichere Reisen zu bieten. Das war aber in Relation zu Griechenland und der Türkei zu teuer – und dann switchen Kunden zu anderen Reiseveranstaltern."

Tourismus-Experte Professor Christian Buer

Dazu spiele es mittlerweile keine große Rolle mehr, zu welchen Reiseveranstalter man geht. "Die Loyalität zu diesen großen Reiseveranstaltern nimmt kontinuierlich ab," so der Tourismus-Experte weiter.

Wie Währungsverfall, Brexit und Wetter Thomas Cook zugesetzt haben

Thomas Cook habe vor allem in den letzten drei Jahren mit zwei ganz wesentlichen Punkten zu kämpfen: "Erstens mit dem Verfall des Pfund, das heißt der Pfund wurde immer teurer und dadurch wurde das Reisen ins Ausland für die Engländer teurer. Zweitens waren auch die Brexit-Gerüchte und -Geschichten nicht hilfreich für Thomas Cook." Dadurch hätten sich weniger Briten für Ferndestinationen entschieden. Hier habe zusätzlich auch das Wetter eine Rolle gespielt: "Das Wetter kam da auch noch in die Quere, weil die Sommer im eigenen Land sehr warm waren."

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