IAEA-Sitzung im International Center in Wien (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Ronald Zak)

Internationale Atom-Abkommen auf der Kippe Grünen-Politiker Nouripour: "Wir rennen in düstere Zeiten"

Wie steht es um die internationale atomare Abrüstung? Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde berät ab heute darüber. Grünen-Außenpolitiker Nouripour sieht eine düstere Zukunft - wenn die Welt sich nicht mehr anstrengt.

Das Atomabkommen mit dem Iran gefährdet, nachdem die USA ausgestiegen sind; der INF-Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland vor dem Aus - und ein Atom-Abkommen mit Nordkorea ist nach dem jüngsten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim nicht in Sicht.

Internationale Verträge auf der Kippe

Der außenpolitische Sprecher von Bündnis90/Die Grünen, Omid Nouripour, fordert größere internationale Anstrengungen zur nuklearen Abrüstung: "Ich glaube, dass wir in düstere Zeiten reinrennen, wenn das nicht passiert", so Nouripour im SWR.

Die wenigen Verträge, die es derzeit zum Umgang mit Atomenergie und Atomwaffen gebe, stünden auf der Kippe, etwa die zwischen den USA und Russland: "Wenn INF fällt, dann ist auch New START bedroht. Dann gibt’s gar keine Regelwerke mehr. Gleichzeitig haben wir eine massive nukleare Aufrüstung Chinas." Deshalb müsse die Weltgemeinschaft "eine ganz andere Art von Konzentration und Kraft auf die Frage der nuklearen Abrüstung setzen."

Nuklearisierung im Nahen Osten zu befürchten

Auch das Atomabkommen mit dem Iran sollte aus Nouripours Sicht erhalten werden, auch wenn es in dem Land etwa mit Menschenrechten Probleme gebe: "Ist das Abkommen weg, gibt’s keine Inspektionen mehr, das ist der schnellste Weg des Iran zur Bombe. Und das wäre der Beginn einer massiven Nuklearisierung des Nahen Ostens. Das kann niemand wollen."

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