Berlin: Ein Mann geht im Berliner Hauptbahnhof an einem ICE entlang.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Ansprüche im Internet geltend machen Bahn will Reisende bei Verspätungen unkomplizierter entschädigen

Laut einem Bahnsprecher soll der Prozess für Entschädigungen nach Verspätungen oder Ausfällen zeitgemäßer werden. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) fordert eine automatische Entschädigung.

Künftig soll es möglich sein, auch über das Internet Anspüche auf Entschädigung geltend zu machen, sagte der Bahnsprecher. Er wies jedoch darauf hin, dass die Umstellung des Entschädigungsprozesses komplex sei. "Sie erfordert daher noch etwas Zeit."

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, dass den Reisenden Entschädigungen ohne eigenes Zutun gewährt werden:

Nicht mehr zeitgemäß

Eine Vereinfachung sei im digitalen Zeitalter überfällig, mahnte der Chef der Verbraucherzentralen, Klaus Müller. Während man Flüge und Bahntickets mit einigen Klicks per App buchen könne, sei die Entschädigung analog und deshalb zeitaufwendig.

Bei der Bahn würden noch immer Fahrgastformulare aus Papier eingesetzt. Lange Berbeitungszeiten und verwirrende Regeln sind in seinen Augen schon lange nicht mehr akzeptabel. Müller fordert zudem einen gesetzlichen Anspruch auf automatische Entschädigungen.

Deutlich höhere Entschädigungen in 2018

2018 zahlte die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben eine Entschädigungssumme von insgesamt 53,6 Millionen Euro. Sie ging an 2,7 Millionen Kunden im Nah- und Fernverkehr. Darin enthalten waren auch die Aufwendungen für Hotelübernachtungen und Taxifahrten. Im Jahr 2017 waren es dagegen 34,6 Millionen Euro, die an 1,8 Millionen Reisende gezahlt wurden.

REDAKTION
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