Frank Magnitz mit seinen Verletzungen.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste)

Überfall auf AfD-Politiker Polizei veröffentlicht Video der Tat

Die Bremer Polizei hat auf ihrer Internetseite das Video des Angriffs auf den AfD-Politiker Frank Magnitz veröffentlicht.

In dem Video sind die drei Täter zu sehen, wie sie Magnitz zunächst verfolgen und dann einer der drei offenbar den Politiker von hinten schlägt. Das Material wurde von zwei Überwachungskameras nahe des Bremer Theaters aufgenommen.

Die Angreifer seien sofort geflohen und hätten nicht auf ihn eingeschlagen oder -getreten. Magnitz hat nach eigenen Angaben eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde am Kopf erlitten.

Kein Schlaggegenstand zu erkennen

Wie die Polizei bereits mitteilte, ist auf dem Video kein Schlaggegenstand zu erkennen. Die AfD Bremen hatte nach der Attacke mitgeteilt, dass Magnitz mit einem Kantholz bewustlos geschlagen worden sei.

Die Polizei sucht weiterhin nach Hinweisen auf die Täter. Bisher sei noch keiner der drei Angreifer identifiziert, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Gegen sie wird wegen Verdachts einer gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

AfD fordert Aufklärung

Die AfD hat bekräftigt, dass bei dem Angriff auf den Bremer Landeschef und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz eine Dachlatte verwendet worden sei.

Bernd Baumann, Hamburger AfD-Landesvorsitzender, berief sich am Donnerstag im Radioprogramm SWR Aktuell auf die Aussage eines Zeugen: "Der Vorfall war so, dass Magnitz einen Schlag von hinten bekommen hat und dann bewusstlos wurde. Ein Zeuge hat das gesehen, ein Handwerker. Er hat dann auch geholfen, die Täter zu vertreiben. Der Zeuge hat sich erinnert, dass einer eine Dachlatte hatte. Und das ist, was die AfD vermeldet hat."

Baumann forderte, dass der Angriff aufgeklärt werden müsse. Außerdem sei der Vorfall nur ein Teil in einer langen Reihe. Er erinnerte daran, dass der Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, im Sommer 2016 angegriffen und dabei schwer verletzt worden war.

Angriff wird verurteilt

Die Bundesregierung und Politiker aller Parteien verurteilten den Angriff. "Gewalt ist immer das falsche Mittel in einer Demokratie, Gewalt hat in einer Demokratie nichts zu suchen", sagte Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) bezeichnete die Attacke als einen "Angriff auf unseren Rechtsstaat".

Was ist passiert?

Am Montag war Magnitz schwer verletzt von zwei Handwerkern gefunden worden. Sie riefen den Rettungsdienst. Magnitz sagte, nachdem er behandelt worden war, in einem Interview: "Es hätte schlimmer kommen können und die Ärzte meinten, dass es ein Wunder sei, dass es nicht schlimmer gekommen ist".

Der Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft Bremen übernahmen die Ermittlungen in dem Fall. Aufgrund der Funktion des Opfers sei von einer politischen Motivation der Tat auszugehen.

Gewalt gegen Politiker nimmt zu

Der Rechtsextremismus-Experte Thoralf Staudt spricht nach den Angriffen auf Bremens AfD-Chef Magnitz und mehrere AfD-Büros von einer generellen Zunnahme an Gewalt gegen Politiker. Im SWR sagte er: "Das hat in der Vergangenheit oft grüne, linke, SPD- und CDU-Politiker getroffen, die gegen Rechtsextreme aktiv waren. Auch gegen Politiker aus dem rechten Spektrum gab es aber schon öfter Angriffe."

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