Hauptbahnhof in Frankfurt: Hier hat ein Mann eine Frau und ein Kind vor einen ICE gestoßen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa)

Vor einen Zug gestoßen Junge stirbt im Hauptbahnhof Frankfurt: Haftbefehl wegen Mordes beantragt

Nach dem gewaltsamen Tod eines achtjährigen Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes beantragt.

Der verdächtige Mann aus Eritrea wird demnach noch heute dem Haftrichter vorgeführt. Er lebe seit Jahren in der Schweiz, sei verheiratet und habe drei Kinder. Zu der Tat habe er bisher nichts gesagt. Der 40-Jährige soll gestern den Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden Zug gestoßen haben. Der Junge wurde getötet.

Dauer

"Ich bin tief bestürzt von der Nachricht, dass ein achtjähriger Junge heute am Hauptbahnhof Frankfurt am Main getötet und zwei weitere Personen, unter anderem die Mutter des Jungen, verletzt wurden."

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

Seehofer hat seinen Urlaub unterbrochen. Er verurteile "diese entsetzliche Tat auf das Schärfste". Der Täter werde für die Tat "mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu Verantwortung gezogen werden", sicherte er zu.

Der Innenminister kündigte an, die Sicherheit an den Bahnhöfen schnell zu verbessern. Der CSU-Politiker sprach von einer geplanten Gesprächsrunde zwischen dem Bundesverkehrsministerium, der Deutschen Bundesbahn und dem Bundeskriminalamt. Es sei aber schwierig 5.600 Bahnhöfe mit unterschiedlichen Strukturen auf einen Nenner zu bringen.

"Bestürzende Tat"

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte: "Wir haben am Frankfurter Hauptbahnhof eine furchtbare, eine sinnlose, eine bestürzende Tat erleben müssen." Er bedankte sich bei den "couragierten Bürgerinnen und Bürgern", die es durch ihr Eingreifen möglich gemacht hätten, dass der mutmaßliche Täter schnell gefasst werden konnte.

Seehofer bot den hessischen Behörden die Unterstützung durch die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt an. Er warnte aber vor vorschnellen Bewertungen des Sachverhaltes, solange noch vieles unklar sei. SWR-Redakteur Chris Berdrow spricht im Audiobeitrag über die Kommentare und Reaktionen im Internet auf die Tat.

REDAKTION
STAND