Kirsten Tromnau (Foto: SWR)

Allgemeine Dienstpflicht. Ein Kommentar Arme neue Pflichtgeneration

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will, dass junge Leute ein verpflichtendes Dienstjahr leisten sollen. Kirsten Tromnau meint, Verpflichtungen hat die kommende Generation schon genug.

„Erst die Pflicht, dann das Vergnügen!“ – wie oft habe ich diesen Satz von meinem Vater gehört. Die Forderung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nach einem Pflicht-Dienstjahr für alle erinnert mich sehr an die Worte meines Vaters. Die CDU-Chefin will die junge Generation auf diesem Weg verpflichten, sich für die Gesellschaft einzusetzen.

Im Audio hören Sie, wie Kramp-Karrenbauer ihren Vorschlag begründet:

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Im ersten Moment dachte ich: Gute Idee: Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Ein Jahr beispielsweise im Pflegedienst zu arbeiten, ist mit Sicherheit für junge Menschen sehr lehrreich. Umgekehrt können sie die überlasteten Fachkräfte im Pflegebereich etwas entlasten.

Doch dann musste ich wieder an meinen Vater denken: „Erst die Pflicht, dann das Vergnügen!!“ Erst wurde die Schulzeit verkürzt, damit der Nachwuchs früher auf dem Arbeitsmarkt erscheint. Zudem ist absehbar, dass die neue Pflichtgeneration vermutlich frühestens mit 70 in den Ruhestand gehen kann.

Das sind eine Menge „Pflichten“ für eine Generation. Von AKK würde ich gerne erfahren, wo bleibt da noch das Vergnügen. Denn gerade im Pflegedienst, im Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen sollte man seine Arbeit gerne und freiwillig machen, also bitte nicht gezwungenermaßen.

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