Ein Cent für dünne Plastikbeutel Aldi kassiert künftig für Obst- und Gemüsetüten

Die kostenlosen Tütchen in der Obst- und Gemüseabteilung abzuschaffen, soll zu weniger Plastikmüll führen. Aldi will ab Sommer einen Cent pro Tütchen verlangen.

In der Debatte über Plastikmüll will der Branchenriese Aldi offenbar gegensteuern. Dünne Plastiktüten für Obst und Gemüse sollen künftig einen Cent kosten, teilte der Discounter mit. Ab Sommer soll es zum einen recycelbare Plastiktütchen aus nachwachsenden Rohstoffen geben, zum anderen sind sie nicht mehr kostenlos. Aldi will einen Cent pro Tüte verlangen.

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Laut Bundesumweltministerium wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als drei Milliarden dünne Obsttüten verbraucht. Das ist zwar weniger als 2017, aber mehr als in den Jahren 2015 und 2016. Grund für den Anstieg sei unter anderem, dass Kunden ihre Einkäufe in die dünnen Tüten packen, seitdem Kunststoff-Tragetaschen kostenpflichtig sind.

Kleiner Schubs beim Einkaufen: Ist das wirklich nötig?

Genau dagegen will Aldi mit dem Symbolpreis von einem Cent vorgehen. Das ist zwar nicht viel, glaubt auch Alice Thiel-Sonnen aus der SWR-Umweltredaktion, aber einen kleinen Abschreckungseffekt gebe es wohl auf alle Fälle.

Hinzu kommt: Den Schritt von Aldi könnten auch weitere Supermärkte nachmachen. Ähnlich war es zum Beispiel beim Verzicht auf die Plastikfolie um Gurken oder bei Obst- und Gemüsenetzen, die viele Supermärkte mittlerweile als Alternative zu den Plastiktütchen anbieten.

Deutsche Umwelthilfe: "Reine Symbolpolitik"

Umweltschützer erwarten keinen großen Effekt durch diese Initiative. Greenpeace spricht von Augenwischerei. besser wäre es, den Kauf von unverpackten Produkten zu fördern - beispielsweise durch Preisnachlässe.

Die Deutsche Umwelthilfe nennt den Schritt reine Symbolpolitik. Für eine Änderung des Verhaltens sei der Pres zu niedrig.

Alternativen sind auch nicht immer umweltfreundlich

Doch die Suche nach echten Alternativen fällt Verbrauchen und Märkten bislang noch schwer. "Plastikfrei" geht zwar mit Papiertüten, die sind aber schwerer und haben somit bei Transport und Produktion eine schlechtere Öko-Bilanz. Auch bei Naturfasern ist der Energieverbrauch bei der Herstellung recht hoch.

SWR-Umweltredakteur Martin Thiel empfiehlt deswegen, dass Tüten, Beutel oder Taschen einfach möglichst oft wiederverwendet werden, denn dann spiele das Material fast keine Rolle.

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