Digitalisierung in der Medizin (Foto: picture-alliance / dpa)

Internationaler Tag der Patientensicherheit Was passiert mit Daten von Gesundheitsapps und Co?

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Leberwerte, Blutdruck, Ultraschallbilder - im Zeitalter der Digitalisierung sind alle diese Untersuchungsergebnisse auch auf Computern gespeichert. Doch wer schützt diese Daten?

Damit beschäftigt sich das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Krankenkassen, Krankenhäuser und Patienten-Organisationen beraten gemeinsam über den Datenschutz in der Medizin, denn immer mehr Patientendaten werden digital gespeichert.

Auch Fitness- und Gesundheitsapps sind inzwischen weit verbreitet. Die einen zählen täglich unsere Schritte, andere helfen bei der Behandlung von Krankheiten - wie die Migräne-App einer Krankenkasse.

Wie oft habe ich Schmerzen, welche Tabletten nehme ich ein und wann? Doch selbst wenn wir nur von einer App unsere Schritte zählen lassen, verraten wir damit viel über unsere körperliche Belastbarkeit, aber auch über Leistungseinbrüche, Pausen, oder sogar Beschwerden.

Daten, die außerhalb der EU gespeichert werden, sind weniger sicher

Das ist interessant für Arbeitgeber, Versicherer oder Pharma-Unternehmen, die zielgenau werben wollen. Gegen solchen Missbrauch garantiert die Datenschutzverordnung innerhalb der EU einen gewissen Schutz.

"Wenig Risiko ist, wenn das in Deutschland gespeichert wird - da haben wir hohe Datenschutzstandards. Falls es Apps gibt, die in den USA ihre Daten ablegen, oder jetzt noch extremer, in China, dann würde ich das sehr viel kritischer sehen," erklärt Hardy Müller vom Aktionsbündnis Patientensicherheit.

Sicherheitslücken können für Patienten gefährlich werden

Auch Linken-Politikerin Anke Domscheidt-Berg lässt von einer App ihre Schritte zählen, aber sie spricht auch die Digitalisierung in der Implantat-Medizin an. Es gibt zum Beispiel einen Prozessor für Diabetiker, der den Blutzuckerwert bestimmt und über eine angeschlossene kleine Pumpe das Insulin dosiert.

"Das Gefährliche an dieser eigentlich wunderschönen Lösung ist, dass es theoretisch hackbar ist, man kann also als Hacker auf dieses auf Software basierende kleine Instrument zugreifen und man könnte dann zum Beispiel zu viel Insulin pumpen oder zu wenig - und damit kann man Menschen umbringen."

Wer hat Zugriff auf die gespeicherten Daten?

Wie man hier Sicherheitslücken schließt, ist eine der Herausforderungen. Denn in der Zukunft soll es auch elektronische Gesundheitsakten geben. Erste Modellversuche mit bis zu 50.000 Versicherten sind bereits gestartet. Die Versicherten haben sich bereit erklärt, hochsensible Daten elektronisch speichern zu lassen.

"Es ist so, dass es nie bei den Kassen liegt. Die sind Anbieter und dann speichern Dienstleister wie beispielsweise IBM Daten verschlüsselt ab", sagt Müller. Der Patient habe immer Zugriff und sei der Herr der Daten. "Er bestimmt, welche Daten dort in diese Akte eingelegt werden, und er bestimmt auch, wer diese Daten lesen kann", so Müller.

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