Archivbild eines Kämpfers der international anerkannten libyschen Regierung (Foto: Reuters)

Akteure treffen sich in Deutschland Verhandlungen über Waffenstillstand in Libyen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lädt die Akteure im Libyen-Konflikt am Sonntag nach Berlin ein. Dort soll ein Waffenstillstand verhandelt werden. Deutschland engagiert sich für Frieden in dem Bürgerkriegsland.

Am Sonntag werden im Bundeskanzleramt Staats- und Regierungschefs verschiedener Länder erwartet, unter anderem Vertreter aus den USA, Russland, der Türkei und Ägypten, wie die Bundesregierung mitteilte.

Dauer

EU beteiligt sich an Konferenz

Eingeladen sind den Angaben zufolge auch der libysche Premierminister Fajis al-Sarradsch und Rebellenkommandeur Chalifa Haftar. Weitere Länder und Organisationen, die voraussichtlich an der Konferenz teilnehmen, sind Großbritannien, Frankreich, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Republik Kongo, Italien, Algerien, sowie die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die Afrikanische Union und die Arabische Liga.

Deutschland unterstützt mit einem Konsultationsprozess seit September die Bemühungen von UN-Generalsekretär António Guterres und seinem Sondergesandten für Libyen, Ghassan Salamé, um ein Ende des Blutvergießens in Libyen. Dafür gab es den Angaben zufolge bereits mehrere Sitzungen auf hoher Beamtenebene.

Milizen ringen um Macht

Nach dem Sturz des früheren Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 war Libyen im Chaos versunken. Dutzende Milizen und bewaffnete Gruppen ringen um die Macht und die Kontrolle über das Erdöl. Es gibt zwei konkurrierende Regierungen. International anerkannt ist aber nur die Einheitsregierung von al-Sarradsch in Tripolis.

Gespräche in Moskau gescheitert

Die Gespräche in Moskau seien ohne Ergebnis zu Ende gegangen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Der einflussreiche General Chalifa Haftar reiste ab, ohne die Vereinbarung über einen dauerhaften Waffenstillstand zu unterschreiben. Haftar kontrolliert mit eigenen Truppen und verbündeten Milizen etwa 80 Prozent des Landes.

Brüchige Waffenruhe in Libyen

Nach russischen Angaben hatte der Chef der international anerkannten libyschen Regierung, Fajis al-Sarradsch, die Waffenstillstandsvereinbarung unterschrieben. Eine vorläufige Waffenruhe war bereits am Sonntag in Kraft getreten, wurde aber immer wieder gebrochen. Es gab Berichte über Verstöße von beiden Seiten.

Direkte Gespräche zwischen Haftar und al-Sarradsch soll es in Moskau nicht gegeben haben. Russische und türkische Diplomaten hätten vermittelt, sagte ein Vertreter der libyschen Regierung im libyschen Fernsehen.

Türkische Soldaten in Libyen

In Libyen ist seit Kurzem die Türkei - trotz internationaler Kritik - mit eigenen Truppen aktiv. Sie kämpfen dort gegen Haftar und seine Einheiten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan begründete den Einsatz seiner Armee damit, dass Haftar sonst ganz Libyen erobert hätte.

REDAKTION
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