Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Agrargipfel (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)

Agrargipfel im Kanzleramt Kann Merkel die Bauern mit mehr Mitspracherecht besänftigen?

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Schon seit Wochen werfen Landwirte ihre Traktoren an, um auf den Straßen gegen fehlende Mitsprache bei der Agrarpolitik der Bundesregierung mobil zu machen. Jetzt hat die Kanzlerin zur Gesprächsrunde eingeladen - kann das die Bauern besänftigen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Landwirten bei einem gemeinsamen Treffen im Kanzleramt mehr Mitsprache zugesichert.

Es müssten in vielen Bereichen neue Antworten gefunden werden, sagte sie. Welche Herausforderungen Bundeskanzlerin Merkel für die Landwirtschaft sieht, fasst SWR-Berlin-Korrespondentin Vera Wolfskämpf im Audio zusammen.

Es soll um Umweltschutz und die Artenvielfalt gehen

Zugleich bekräftigte Merkel allerdings, dass es Handlungsbedarf beim Umweltschutz gibt. Zudem gebe es "ein dramatisches Problem bei der Artenvielfalt", sagte die Kanzlerin. Ein gemeinsames Anliegen sei außerdem, sich dem Klimawandel zu stellen.

"Die Landwirtschaftliche Tätigkeit ist Teil unserer Kultur, unserer Tradition, unserer Identität."

Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin

Die Bauern seien aber auch ein Wirtschaftszweig, der rentabel wirtschaften müsse. Es gelte daher, verschiedene Bereiche zusammenzubringen und Wege zu finden, die der Branche auch Berechenbarkeit gäben. Dies solle "partnerschaftlich" geschehen - mit Gesprächsforen und runden Tischen.

Wir wollen regionale Produkte und zu Hause Landwirtschaft haben. Das bedeutet, dass Sie eine Zukunft haben müssen.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Merkel stellte außerdem ein erneutes Treffen in der Runde des "Agrargipfels" im Herbst nächsten Jahres in Aussicht. Dann solle man sehen, wo man stehe.

Klöckner: "Wünsche der Verbraucher kosten Geld"

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, es gelte, das Thema Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Dabei müsse deutlich gemacht werden, dass Wünsche der Verbraucher nach mehr Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz Geld kosteten.

Julia Klöckner (CDU), Bundeslandwirtschaftsministerin (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)
Julia Klöckner (CDU), Bundeslandwirtschaftsministerin picture alliance/Uwe Anspach/dpa

Zudem sei wichtig, dass sich Investitionen rechnen und langfristig planbar seien. "Ich kenne keinen Landwirt, der gegen Insektenschutz ist", sagte Klöckner. Sie kündigte für das neue Jahr eine "Wertschätzungskampagne" und Dialog-Veranstaltungen in Deutschland an.

Bauern protestieren immer wieder gegen Agrarpolitik

In der vergangenen Woche hatten in Berlin Tausende Bauern mit Traktoren gegen die Agrarpolitik der Regierung demonstriert und auch mehr gesellschaftliche Wertschätzung eingefordert.

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