Eine Boeing 737 Max am Boden (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Mulugeta Ayene)

Absturz der Boeing 737 Max Mit dem "Blowback" in den Abgrund

Vor ihrem Absturz waren beide verunglückten Boeing-Maschinen viel zu schnell und viel zu niedrig unterwegs. Schuld könnte der Blowback-Effekt sein, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Schon zum zweiten Mal ist eine Boeing 737 Max innerhalb innerhalb von nur fünf Monaten abgestürzt. Die jeweiligen Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt. Wissenschaftler haben aber eine neue Theorie, die erklären könnte, was passiert ist. Sie heißt Blowback - zu Deutsch Rückstoß.

Geschwindigkeit und Höhe - und dann der Blowback

Wenn der Blowback-Effekt zuschlägt, können die Piloten kaum etwas tun. Das Flugzeug lässt sich nicht mehr in eine stabile Lage lenken. Luftfahrtexperte Andreas Späth sagte im SWR: "Wir wissen nicht sicher, ob es so war, aber es würde Sinn machen." Beide Maschinen sollen vor dem Absturz viel zu schnell in zu geringer Höhe geflogen sein. Dazu könnte es wie folgt gekommen sein:

Zuerst steuert die Nase immer wieder nach unten

Das in der 737 Max verbaute System namens MCAS hatte nach allem, was bisher bekannt ist, vermutlich dazu geführt, dass das Flugzeug fälschlicherweise einen Strömungsabriss feststellte und die Nase immer wieder nach unten steuerte. Die Piloten konnten nur versuchen, immer wieder dagegen zu steuern. Und dann wiederum schlägt der Blowback zu.

Luftfahrt-Journalist Andreas Späth erklärt im Audiobeitrag den Blowback-Effekt:

Dann lässt sich das Höhenruder nicht mehr lenken

Die Piloten sind viel zu niedrig mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Laut Späth kommt es dann zu einem Problem mit dem Höhenruder am Heck des Flugzeugs. Es kann nicht mehr dafür sorgen, dass sich das Flugzeug stabilisiert. Die Motoren des Höhenruders kommen gegen die stark anströmende Luft nicht mehr an. Diese Mischung aus dem versuchten Hochziehen des Flugzeugs durch die Piloten und die hohe Geschwindigkeit bilden "eine fatale Kombination, aus der es kein Entkommen gibt", sagt der Luftfahrtexperte.

"Den Piloten zu wenig über Neuheiten erklärt"

Die Piloten in den verunglückten Flugzeugen waren vermutlich zum ersten Mal in so einer Situation, sagt Späth: "Das haben Piloten vorher nicht in dieser Form gekannt und das ist auf jeden Fall ein Problem, weil den Piloten ohnehin von Boeing zu wenig erklärt wurde über die Neuheiten, die in dieser 737 Max stecken."

REDAKTION
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