Bischofskonferenz Katholische Kirche Reformen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa)

Abschluss der Bischofskonferenz Bischöfe wollen Reformen - "Maria 2.0"-Frauen demonstrieren weiter

Mit großer Mehrheit haben sich die deutschen Bischöfe zu Reformen in der katholischen Kirche bekannt. Frauen der Initiative "Maria 2.0" fordern weiter mehr Gleichberechtigung.

Zum Abschluss ihrer Herbtsvollversammlung hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) einen Satzungsentwurf für den sogenannten synodalen Weg beschlossen. Damit sollen weitere Vorbereitungen für den Anfang Dezember startenden Reformprozess getroffen werden.

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Keine revolutionären Umwälzungen

Eine Revolution wird es aber nicht werden. Der DBK-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, erteilte allen Hoffnungen eine Absage, wonach es revolutionäre Umwälzungen geben könnte. Er betonte, dass es bei Fragen, die die ganze Weltkirche betreffen, keinen deutschen Sonderweg ohne die Zustimmung des Papstes aus Rom geben werde. Eine Priesterweihe für Frauen - wie von einigen Organisationen gefordert - bleibt so in weiter Ferne.

Trotz Streits: Marx spricht von "gutem Ergebnis"

Trotzdem sprach Kardinal Marx von einem "guten Ergebnis". Alle Bischöfe hätten gesagt "Ja, wir gehen mit". Der Reformprozess ist unter den Bischöfen allerdings umstritten. Dass es in der Bischofskonferenz unterschiedliche Positionen und vereinzelte Kritik gebe, sei ihm aber nicht entgangen.

Bei einer Abstimmung über den Satzungsentwurf zum "synodalen Weg" hatte es zuvor mehrere Gegenstimmen gegeben. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer teilten auf Twitter mit, sie hätten gegen die Satzung gestimmt: "Aber ich will mich dem Gespräch nicht verweigern", schrieb Woelki. Auch Voderholzer erklärte, er werde sich nur unter Vorbehalten am "synodalen Weg" beteiligen.

Ich konnte der Satzung in dieser Form nicht zustimmen, aber ich will mich dem Gespräch nicht verweigern. Versuchen wir gemeinsam, die Kirche zu erneuern. Dies muß aber eine Erneuerung im Glauben sein, eine Erneuerung unserer Beziehung zu Christus! #Evangelisierung #SynodalerWeg

Jetzt ist das ZdK gefragt

Als Nächstes muss der Regelwerk-Entwurf für die Reformgespräche mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) abgestimmt und beschlossen werden. Die Laien-Organisation ist der Partner der Bischofskonferenz.

"Maria 2.0"-Frauen machen bei Reformprozess nicht mit

Zum Abschluss der Bischofskonferenz haben auch wieder Frauen der Initiative "Maria 2.0" für Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche demonstriert. Die Frauen zogen mit Kochlöffeln, Topfdeckeln und anderen Utensilien lautstark durch Fulda.

Am Reformprozess des "synodalen Wegs" wollen sich die Frauen aber nicht beteiligen. "Maria 2.0" sei eine Graswurzelbewegung und wolle sich nicht vereinnahmen lassen. Es bestehe zudem die Befürchtung, dass lediglich der Weg das Ziel sei, also am Ende keine Ergebnisse stehen würden, erklärte Gabriele von Karais von der Initiative.

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Wie sollen Missbrauchsopfer entschädigt werden?

Auch die Form der Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester oder andere Bedienstete der katholischen Kirche war Thema bei der Bischofskonferenz.

Zwei Varianten sind in der Diskussion: eine pauschale Entschädigungsleistung in Höhe von 300.000 Euro oder ein Stufenmodell mit Beträgen zwischen 40.000 und 400.000 Euro, das den jeweiligen Einzelfall stärker berücksichtigt. Die Bischöfe haben sich noch nicht für eines der beiden Modelle entschieden. Kardinal Marx betonte, der Wille sei da, juristische, finanzielle und strukturelle Fragen in den kommenden Monaten zu klären.

REDAKTION
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