Abdeckung vor einem vom Abgas-Skandal betroffenen 2.0l TDI Dieselmotor vom Typ EA189 (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Abgasskandal: Bundesamt erteilt Betriebserlaubnis Jetzt können VW-Diesel-Motoren nachgerüstet werden

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Volvo und Daimler haben bereits eine, nun folgt die Betriebserlaubnis für die Nachrüstung von VW-Euro-5-Diesel. Dabei handelt es sich um TDI-Motoren der Reihen EA189 und EA288.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat ein System zur Hardware-Nachrüstung von Diesel-PKW von Volkswagen genehmigt. Bislang wurde von der Behörde bereits eine Betriebserlaubnis für ein Volvo- und ein Daimler-Nachrüstungspaket erteilt. Die neue Betriebserlaubnis umfasst Nachrüstsysteme für Systeme des Technologie-Anbieters Baumot für über 60 Fahrzeugmodelle des VW-Konzerns, also Volkswagen, Audi, Skoda und Seat.

Was bringt den Dieselfahrern die Hardwarenachrüstung?

Sie können damit Fahrverbote umgehen. Konkret sind die zugelassenen Systeme für Daimler und Volvo und auch das neue für VW für Diesel der Abgasnorm 5 geeignet. Mit diesen Autos darf man in einige Verbotszonen schon heute nicht mehr rein. Für viele Städte, zum Beispiel auch Stuttgart, ist noch unklar, ab wann konkret Euro-5-Fahrverbote gelten, aber dass sie kommen, gilt als wahrscheinlich.

Bläuliche Rauchwolken stößt der Dieselmotor eines Kleinlasters aus (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Nach der Hardwarenachrüstung gibt es im Fahrzeugschein einen Eintrag – genau auf den achten die Polizisten, wenn sie in den Fahrverbotszonen kontrollieren. Die Kosten für die Nachrüstung, das sind um die 3.000 Euro, trägt der Kunde selbst. Es kann Zuschüsse der Hersteller geben. Volvo schließt das allerdings aus. VW und Daimler haben sich nach dem letzten Dieselgipfel bereiterklärt, bis zu 3.000 Euro der Kosten zu tragen. Allerdings kann das an Bedingungen geknüpft sein. Bei Daimler, wo man den Zuschuss schon beantragen kann, muss man aus einer sogenannten Schwerpunktregion kommen. Darunter fallen Stuttgart, Backnang, Reutlingen, Limburg an der Lahn oder Frankfurt am Main. 

Das Bundesamt für Justiz hat mitgeteilt, dass sich inzwischen über 430.000 VW-Kunden für die Sammelklage registriert haben. Wie geht es mit der Musterfeststellungsklage weiter?

Am 30. September soll vor dem Oberlandesgericht in Braunschweig der Prozess beginnen. Bis dahin haben alle VW-Kunden, die vom Dieselskandal betroffen waren, auch noch Zeit, sich der Sammelklage anzuschließen. Das geht über die Internetseite des Bundesjustizministeriums. Ausfüllhilfen für das Formular gibt es zum Beispiel von den Verbraucherzentralen.

Zu Beginn des Verfahrens geht es darum, ob die Klage zulässig ist oder nicht. Mit dem Prozess wollen der Verbraucherzentrale Bundesverband und der ADAC gerichtlich feststellen lassen, dass VW mit der Abgasmanipulation seine Kunden vorsätzlich geschädigt und betrogen hat. Die tatsächlichen Schadenersatzansprüche muss im Nachgang aber jeder Kunde eigenständig durchsetzen. 

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