Neuwagen im Autoturm von VW (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Julian Stratenschulte)

Abgas-Skandal Warum der Diesel ein Comeback feiert

In den ersten Städten gibt es Dieselfahrverbote. Trotzdem erlebt der Diesel ein Comeback. Es werden wieder mehr Modelle zugelassen - und die sind teils sauberer als Benziner.

Giftige Stickoxide und luftbelastender Feinstaub. Der Diesel hat seit dem Dieselskandal kein gutes Image. Doch anscheinend haben die Hersteller das Problem behoben. In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 wurden wieder etwas mehr Dieselfahrzeuge zugelassen als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Doch warum entscheiden sich Käufer für einen Diesel?

Für Vielfahrer gibt es kaum Alternativen

Stefan Reindl ist Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen. Er sagt: "Bei Fuhrparks und Flotten, bei Vielfahrern gibt es derzeit keine Alternative und auch der Hybrid ist in solchen Situationen nicht brauchbar." Es spricht aber mehr als die pure Not für einen Diesel. Im ADAC-Straßentest schneiden die neusten Dieselmodelle gut ab.

Dieselmodelle sauberer als Benziner

"Teilweise liegen die Abgaswerte unter denen von modernen Benzinern," sagt Reindl über die neuen Dieselautos. Sie erfüllen damit nicht nur die aktuelle Abgasnorm 6d-Temp, sondern auch die Norm 6d, die ab 2021 gilt. Reindl geht davon aus, dass uns der Diesel also noch einige Zeit erhalten bleibt.

Das Diesel-Comeback - bisher eine Ausnahme

Deutschland steht mit diesem Trend allerdings bisher alleine da. Die Zulassungsquote liegt aktuell bei etwas über 33 Prozent - im Jahr davor lag sie bei nur rund 32 Prozent. In Gesamteuropa sieht das anders aus. Hier ist der Diesel eher auf dem Rückmarsch.

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