Auszubildende und Ausbilder im Gespräch (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Jan Woitas/zb/dpa)

Reaktionen auf Bundesbank-Vorschlag zu höherem Rentenalter DGB: "Schon Rente mit 67 war ein Fehler"

Der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnt den Vorschlag der Bundesbank, das Rentenalter auf fast 70 Jahre anzuheben, ab. Zustimmung kommt hingegen vom Arbeitgeberverband und der FDP.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt den Vorschlag ab, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 69 Jahre und vier Monate zu erhöhen. Bereits die Rente mit 67 sei ein Fehler gewesen, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Viele ältere Arbeitnehmer würden schon jetzt das gesetzliche Rentenalter nicht erreichen, weil sie vorher arbeitslos oder chronisch krank würden.

BDA und FDP dafür

Ganz anders bewertet der Arbeitgeberverband BDA den Vorstoß der Bundesbank. Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter sagte: "Die gewonnene Lebenserwartung muss auch zu einer längeren Erwerbsphase führen und darf nicht nur einen immer längeren Ruhestand bedeuten."

Auch die FDP unterstützt den Vorschlag und bezeichnet ihn als einen wichtigen Impuls in der Debatte um Generationengerechtigkeit.

Bundesbank will Rentenalter anheben

Die Bundesbank hatte am Montag gefordert, dass Arbeitnehmer in naher Zukunft arbeiten bis sie 69 Jahre und vier Monate alt sind.

SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer fasst die Forderungen der Bundesbanker zusammen:

Dauer

Am härtesten trifft es den Jahrgang 2001

So solle ab 2032 der Renteneintritt jedes Jahr um drei Wochen nach hinten verschoben werden. Wer ab dem Jahr 2001 geboren ist, den träfe das Maximum: Er dürfte erst um das Jahr 2070 in Rente gehen.

Nur so, glaubt die Bundesbank, werde das Rentenniveau - ein statistischer Durchschnittswert, der das Verhältnis zwischen Rente und Lohn beschreibt - langfristig nicht zu stark absinken. Derzeit ist geplant, dass das gesetzliche Rentenalter bis zum Jahr 2031 auf 67 Jahre steigt.

STAND