Partnerland bei der Grünen Woche ist Finnland (Foto: dpa Bildfunk)

84. Internationale Grüne Woche Berlin Finnische Flusskrebse mit Schnaps

Auf der 84. Internationalen Grünen Woche Berlin geht es auch in diesem Jahr um die neuesten Essenstrends, Ernährung, Landwirtschaft und Forschung. Gastland ist Finnland.

Stefan Lemcke war schon mehrmals in Finnland, auch beruflich. Er ist der Gründer des Gewürz-Unternehmens "Ankerkraut". Im SWR hat er von seinen kulinarischen Erlebnissen bei den Finnen erzählt.

"In Finnland gibt’s natürlich hauptsächlich Fisch und Pilze. Das gab's bei mir sogar fast jeden Tag, auch teilweise schon morgens“, sagte Lemcke. Ein traditionelles Highlight sei außerdem das Flusskrebse-Essen, das "eine etwas alkoholgeschwängerte Begleitung hat“. Im Klartext: Zu jedem Flusskrebs, den man esse, müsse ein Schnaps getrunken werden. "Im Anschluss singt man dann gemeinsam ein Lied.“

Finnische Familientraditionen

Besonders gut geschmeckt habe Lemcke auch das Roggenbrot und das Knäckebrot. Da gebe es eine große Tradition: "Jede Familie hat ihr eigenes Rezept für Sauerteig, das teilweise schon viele Jahrzehnte alt ist. Das wird immer wieder benutzt und vererbt. Das geht von der Großmutter an Mutter und Tochter oder an den Sohn. Wir Männer dürfen ja jetzt auch kochen.“

Ganz grundsätzlich müsse man über die Finnen wissen, dass sie sehr naturbelassen essen würden. Da gebe es alles, was direkt aus dem Wald, dem See oder dem Meer komme. Da werde über dem Feuer mit einem Topf gekocht oder auf dem Feuer gegrillt, erklärt Lemcke.

Eine Besonderheit sei auch der sogenannte Flammlachs, wobei der der Lachs direkt auf dem Feuer gegrillt werde. "Das ist dann so ein Holzbrett, das am Rande des Feuers steht. Die Finnen sind ein sehr urtümliches Volk, was ihre Ernährung angeht.“

Ein Vorbild für Deutschland?

In Lemckes Augen könnten wir Deutsche uns ruhig eine Scheibe vom Umgang der Finnen mit ihren Nahrungsmitteln abschneiden. "Nicht so viele Nahrungsmittel essen, die vorgefertigt sind, sondern wirklich in der Form essen, in der sie auch in der Natur vorkommen."

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