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60 Jahre Fastfood-Kette McDonalds sieht alt aus

Am 15. April 1955 wurde in Illinois die erste McDonalds-Filiale eröffnet. Doch der scheinbar unaufhaltsame Siegeszug der Buletten-Könige ist schwer ins Stocken geraten.

Von Sabrina Fritz in Washington

McDonalds ist out. Der Beweis: Hillary Clinton, die frisch gebackene Präsidentschafts-Kandidatin hat Anfang der Woche den kleinen Hunger bei Chipotle gestillt - einem äußert beliebten mexikanischen Schnellrestaurant.

Sie bestellte Hühnchen mit Reis, vorbei die Zeiten, als Ehemann Bill am liebsten Hamburger und Milchshakes bei McDonalds zu sich nahm und dafür im amerikanischen Fernsehen ziemlich veräppelt wurde.

Tiefste Krise in der Firmengeschichte

McDonalds sieht jedenfalls zum 60. Geburtstag ziemlich alt aus. Die Gründe, warum Mac, Burger und Fritten den Amerikanern nicht mehr richtig schmecken, sind größer als ein Big Mac.

1. Der Trend geht zum Edelburger. Ketten wie Shake Chuck oder Hans im Glück machen Fleisch zwischen zwei Brötchenhälften zu einem Erlebnis. Bei McDonalds bestellen dagegen zwei Drittel der Kunden ihr Essen im Auto - und man kann sich den Burger nicht individuell zusammenstellen. Bei Shake Chuck gibt es sogar Burger mit Erdnussbutter.

2. McDonalds ist langsam geworden. Früher dauerte es zweieinhalb Minuten bis ein Menü fertig war, heute sind es drei. Die Folge: Staus am Drive Through-Schalter.

3. McDonalds hat in den USA ein Billigimage. Werbung läuft meist über den Preis. Ein Cheeseburger für einen Dollar. Doch immer mehr Amerikaner legen Wert auf gesundes Essen. Die Konkurrenz bietet hormonfreies Fleisch an.

Die US-Jugend meidet McDonalds

Burger werden gebraten

Hamburger bleiben das Kerngeschäft: Hier in einer Filiale in Ludwigsburg.

"The kids don't think to go to McDonalds anymore" - die Kinder und Jugendlichen gehen nicht mehr zu McDonalds, sagt die Wirtschaftsexpertin des Fernsehsenders Fox News.

Der Chef von McDonalds, Don Thomson, wurde Anfang des Jahres gefeuert, als bekannt wurde, dass der Gewinn um fast ein Viertel eingebrochen war. Der Nachfolger hat bereits angekündigt, in zwei Jahren soll es bei McDonalds nur noch Hühner geben, die ohne Antibiotika aufgezogen wurden.

Ein Rezept gegen die Krise hat niemand so richtig. Die einen sagen, McDonalds soll sich wieder auf seine Wurzeln wie vor 60 Jahren besinnen und einfache, billige, aber gute Hamburger anbieten. Die anderen sagen, McDonalds muss auch die neuen Zielgruppen gewinnen, die Wert auf gesundes und modernes Essen legen. Selbst Bill Clinton ist ja inzwischen Veganer.

Online-Redaktion: Peter Mühlfeit