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Jeder dürfte sie schon einmal in der Hand gehabt haben: die Mehrwegflasche mit den charakteristischen Perlen. Jetzt feiert sie Geburtstag.

Es gibt Produkte, die sind so selbstverständlicher Teil unseres Alltags, dass wir sie kaum noch wahrnehmen. So ist das zum Beispiel mit der Perlenflasche. Das ist die Glasflasche mit der charakteristischen Form, in der bis heute viele Menschen ihr Mineralwasser einkaufen.

Schon die Optik ist dabei ein echter Hingucker: hochgewachsen, klares Glas, schlanke Figur. Und oberhalb der Taille zeichnen sich auf dem Glas die namensgebenden Perlen ab, die an die Kohlensäure-Perlen erinnern.

Getränkehändlerin ist großer Fan der Flasche

Wie viele Perlen sind das eigentlich? „Ich habe sie noch nicht gezählt, keine Ahnung“, muss Andrea Geiß einräumen. Und das obwohl sie jeden Tag mit den Flaschen in Berührung kommt. Andrea Geiß ist Inhaberin eines Getränkehandels in Mainz und großer Fan der Perlenflasche: „Ich finde die gut, weil man das Sortieren der vielen Leergüter damit nicht hat.“ Denn genau das soll einem die genormte Flasche auch ersparen.

Andrea Geiß, Inhaberin des Getränkehandels Geiß in Mainz-Bretzenheim  (Foto: SWR)
Andrea Geiß, Inhaberin des Getränkehandels Geiß in Mainz-Bretzenheim

Perlenflasche löste einst große Logistikprobleme

Vor der Einführung der Perlenflasche vor 50 Jahren hatte jeder Mineralbrunnen sein eigenes Flaschenmodell. Das musste nach Gebrauch wieder genau dorthin zurück, wo es herkam - ein logistischer Alptraum. Die Perlenflasche war dazu der große Gegenentwurf: Eine Standardflasche, die jeder Mineralbrunnen nutzen konnte.

Auch Umwelt profitiert von einheitlicher Flaschen-Lösung

Der Umwelt tat die Perlenflasche auch gut, denn das Leergut musste nicht mehr hunderte von Kilometern bis zum ursprünglichen Abfüllort gekarrt werden, sondern nur noch bis zum nächstgelegenen Mineralbrunnen. Zumal jede Perlenflasche bis zu 50 Mal befüllt und damit wiederverwendet werden kann. Ein absolutes Erfolgsrezept also: Rund 5,5 Milliarden der Flaschen sind bis heute hergestellt worden.

Nachteil der Glasflasche: ihr hohes Gewicht

Allerdings hat die hohe Stabilität und damit Wiederverwendbarkeit der Perlenflasche einen Preis, beziehungsweise einen entscheidenden Nachteil: ihr hohes Gewicht. Deshalb wurde ihr auch schon das frühe Ende vorhergesagt. Nach einem Absatzhoch Anfang der 1990er Jahre verlor sie massiv Marktanteile an die leichtere Konkurrenz aus Kunststoff. Doch pünktlich zum 50. Geburtstag gibt es gute Nachrichten: Viele Verbraucher kehren wieder zu Glasflaschen zurück. „Weil viele sagen, das ist das sauberste, was es gibt“, erzählt die Mainzer Getränkehändlerin Andrea Geiß.

Diese Erfahrung macht nicht nur sie, sondern die gesamte Branche: Mineralwasser aus Glas statt Plastik ist wieder angesagt. Davon profitieren auch die Perlenflaschen: 2,5 Milliarden Mal wurden sie im Vorjahr mit Mineralwasser befüllt – Tendenz steigend.

  • Ach ja, die Anzahl der Perlen: Es sind genau 230 pro Flasche.

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