Entwicklungshelfer auf Haiti (Foto: Imago, imago images / Westend61)

Jubiläumsfeier 50 Jahre Entwicklungshilfegesetz - heute Alltag, damals umstritten

Flüchtlingshilfe im Libanon, Brunnenbauen in Malawi oder Menschenrechtsarbeit in Lateinamerika: Seit 50 Jahren engagieren sich Freiwillige in der Entwicklungshilfe bei Einsätzen auf der ganzen Welt.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich rund 30.000 Entwicklungshelfer aus Deutschland vor allem in südlichen Ländern engagiert. Es sind Menschen, die mindestens ein Jahr ohne Erwerbsabsicht einen Dienst leisten. Ziel ist es, mit partnerschaftlicher Zusammenarbeit zum Fortschritt der Länder beizutragen. So definierte es das Entwicklungshelfergesetz, das der Bundestag am 18. Juni 1969 in Bonn verabschiedete.

Für Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sind die Entwicklungshelfer heutzutage "die Pioniere zur Bekämpfung von Armut und Hunger".

Entwicklungspolitik sei Zukunft und Friedenspolitik, so der Minister im SWR:

CSU war einst ein großer Gegner der Entwicklungspolitik

Was jetzt gefeiert wird, war aber gerade in der Partei von Müller, der CSU, 1969 durchaus umstritten: Die CSU-Fraktion bezeichnete Entwicklungshelfer in der damaligen Parlamentsdebatte gar als "linksrevolutionär programmiert".

Der damals amtierende Entwicklungsminister Erhard Eppler (SPD) verteidigte die Entwicklungshelfer dagegen als "friedliche Revolutionäre", die mit praktischer Arbeit auf gewaltlose Weise Fortschritt bewirkten.

Merkel bei der offiziellen Feier

Zum 50. Jubiläum des Gesetzes gibt es einen offizielle Feier der Entsendeorganisationen unter dem Motto "Die Welt im Gepäck" und einer Festrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Entwicklungshelfer brauchen Berufsausbildung

Derzeit sind über die Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste (AGdD) rund 1.200 deutsche Fachkräfte in über 90 Länder entsandt. Die Helfer kommen aus verschiedenen Berufsfeldern und arbeiten etwa beim Aufbau von Verwaltungsstrukturen, der Nahrungsmittelversorgung oder im zivilen Friedensdienst. Voraussetzung für den Einsatz sind eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie Berufserfahrung. Die meisten Helfer sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Rund elf Prozent sind jünger als 30 Jahre.

REDAKTION
STAND