Berliner Mauer um November 1989 (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Ost-West-Unterschied? Thierse: "Kohl hat 1990 viel versprochen, aber Wunder brauchen länger"

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"Es ist viel erreicht worden beim wirtschaftlichen Aufbau," sagt Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) im SWR. Trotzdem sei der Osten noch immer nicht auf West-Niveau.

November 1989 - Hunderttausende Menschen in der DDR beweisen mit Widerstand und Bürgermut, dass eine friedliche Revolution gelingen kann. Sie bezwangen das abschreckendste Symbol des Ost-West-Konflikts: die Berliner Mauer.

Thierse: Unterschiede nicht verwunderlich

Heute, 30 Jahre nach dem Fall der Mauer, hat sich viel getan im Osten Deutschlands, bestätigt Wolfgang Thierse. Auf Augenhöhe sei der Osten aber nicht: "Ist das nach 30 Jahren verwunderlich? Man muss daran erinnern, dass Helmut Kohl 1990 viel versprochen hat, und dass die Wunder halt länger dauern. Und das produziert immer wieder neue Enttäuschung.“

Wahlerfolge der AfD eher im Westen hinterfragen

Thierse hält die jüngsten Wahlerfolge der AfD weniger im Osten als vielmehr in den westdeutschen Bundesländern für erklärungsbedürftig. Im SWR sagte er, vor allem in "wohlhabenden Ländern" wie Baden-Württemberg und Bayern müssen man die Zahlen hinterfragen: "In Ostdeutschland haben wir eine Dramatik von Veränderungen, die auf Menschen trifft, die gerade so viele Veränderungen mit Mühe bestanden haben."

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