Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA. Ein Kommentar

Der Tag, an dem der 11. September war

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Martin Rupps

Der "11. September 2001" bleibt wegen der perfiden Ästhetik seiner Bilder in Erinnerung, meint Martin Rupps. Auch am Samstag, dem 20. Jahrestag, werden sie ihn in Bann ziehen.

Im Augenblick werden die Reden geschrieben für kommenden Samstag, an dem sich die Terroranschläge in den USA zum 20. Mal jähren. "Was, schon so lange her?", dürften auch viele Menschen in Deutschland überrascht sein. Und sich daran erinnern, wo genau sie am Vormittag des 11. September 2011 waren. Plötzlich eilten sie zum nächstgelegenen Fernseher für Bilder, die bis dato unvorstellbar schienen. Flugzeuge krachten in Wolkenkratzer. Menschen flohen vor dem Feuer auf die Fassade. Und fielen als schwarze Punkte in den Tod.

Am Samstag jähren sich die Terroranschläge in den USA zum 20. Mal (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance/dpa/Cnn)
Am Samstag jähren sich die Terroranschläge in den USA zum 20. Mal picture-alliance/dpa/Cnn

Entsetzliche Bilder, faszinierende zugleich. Ich ertappte mich dabei, dass ich den Fall des zweiten Turms nicht verpassen, ihn live erleben wollte. Ich war der Magie der Bilder erlegen, die eine aktuelle, hörenswerte Sendung in der Reihe "SWR2 Wissen" beschreibt. Die Bilder sind es, so meine Überzeugung, die das Ereignis "9/11" auf Generationen im Bewusstsein halten werden. Die Regisseure, islamistische Terroristen der Al-Qaida, ließen Zuschauerinnen und Zuschauer an ihren Massakern teilhaben wie nie vorher und nie mehr danach. Zur besten Sendezeit. Mit Passagiermaschinen als Todesengel. Die Anschläge vom 11. September 2001 hoben den Terror ganz wörtlich in eine neue Dimension.

In der SWR2-Sendung äußern Historikerinnen und Historiker die Ansicht, "9/11" habe politisch die Welt verändert. Ich bezweifle das. Die US-Regierung übte Rache. Der "11. September" war einmalig, die Reaktion darauf wie immer. Neu war die perfide Ästhetik seiner Bilder. Eine Schauerlichkeit, die in den Bann zog. Mich werden diese Bilder am Samstag wieder packen, und ich fürchte, in 20 Jahren auch noch.

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