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Grüne Energie Biosprit 2.0: Die Suche nach neuen Kraftstoffen

Die EU-Kommission will die Regelungen für Biokraftstoffe ändern, nachdem sich die Verwendung von Biosprit als ökologisch wenig sinnvoll erwiesen hat. Vor allem der Anbau der bisherigen Biospritpflanzen birgt massive Probleme für Mensch und Umwelt. Sinnvolle Alternativen sind bereits bekannt.

Maiskolben und Tank

Biokraftstoffe in der Kritik: 50 Liter Biosprit verschlingen 352 Kilo Mais.

Stroh, Holz, Gräser – das könnte die Zukunft in unserem Tank sein. Neue Energieressourcen sind notwendig, da der Beitrag der Biokraftstoffe zum Klimaschutz stark angezweifelt wird: Wenn aus Raps oder Mais Biodiesel gewonnen wird oder aus Getreide Ethanol, dann wird dafür zu viel Aufwand betrieben. Denn am Ende kommt es bei den bisherigen Energiepflanzen nur auf das Samenkorn, die Stärke oder den Zucker an.

Die Zeit ist reif für neue Biokraftstoffe

Junger Landwirt auf Feld

Gehört Weizen in den Tank oder auf den Teller?

Die zweite Biokraftstoff-Generation soll die ganze Pflanze verarbeiten und zudem Ausgangsstoffe verwenden, die nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen, beispielsweise Chinaschilf oder schnell wachsende Weiden. Eine noch bessere Klimabilanz weist Biomasse auf, die als Abfallprodukt sowieso anfällt. Das können Reststoffe wie Stroh aus der Landwirtschaft oder Holz aus der Waldarbeit sein.

Das Endprodukt ist dann beispielsweise Zellulose-Ethanol: Aus der Zellulose von Pflanzen, die keiner intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung bedürfen oder als Restprodukte anfallen, wird Zucker gewonnen, der dann zu Ethanol vergoren wird.

Die Alternativen stecken noch in den Kinderschuhen

Eine weitere Alternative ist "Biomass-to-liquid" (Btl) – das Verflüssigen von Biomasse. Bei dieser Methode wird aus den organischen Rohstoffen ein Synthesegas erzeugt und daraus wiederum flüssiger Kraftstoff gewonnen. An diesem Verfahren arbeitete jahrelang das Unternehmen Choren in Sachsen.

Biokraftstoffe im Vergleich

Biokraftstoffe im Vergleich

VW, Daimler und Shell mischten lange mit, haben sich inzwischen aber aus der Verfahrensentwicklung zurückgezogen. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen Choren Insolvenz anmelden. Zur ersten großtechnischen Anlage kam es nicht mehr.

Das große Manko der zweiten Biokraftstoff-Generation: Sie steckt noch immer in den Kinderschuhen. Die Verfahren sind bislang nicht marktreif. Es muss noch viel Arbeit in die Entwicklung gesteckt werden, weswegen sie noch vergleichsweise teuer bleiben werden. Das hält die Forscher jedoch nicht davon ab, schon an einer dritten Generation zu tüfteln: Biokraftstoffe aus Algen oder Bakterien. Hier wird aber erst auf Laborebene gearbeitet.

Die Biokraftstoffe der zweiten Generation

Die Biokraftstoffe der zweiten Generation