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Sommerloch? Tiere machen Schlagzeilen!

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Mitten im Sommerloch 2015 bangten viele mit den Besitzern von "Flecki" - andere entrüsteten sich über den Hype um den "adoptierten" Hund aus Kroatien. Auf der Fahrt in seine neue Heimat Longuich bei Trier erschrak der Mischlingsrüde an einer Raststätte der A8 bei Ulm und flüchtete in den Wald. Fast zwei Wochen lang suchten Herrchen und Frauchen nach dem Tier, bald begleitet von Medien und Unterstützern. Als das Happy End kaum noch greifbar erschien, wurde "Flecki" in einem Garten im 20 Kilometer entfernen Blaubeuren entdeckt.

Mitten im Sommerloch 2015 bangten viele mit den Besitzern von "Flecki" - andere entrüsteten sich über den Hype um den "adoptierten" Hund aus Kroatien. Auf der Fahrt in seine neue Heimat Longuich bei Trier erschrak der Mischlingsrüde an einer Raststätte der A8 bei Ulm und flüchtete in den Wald. Fast zwei Wochen lang suchten Herrchen und Frauchen nach dem Tier, bald begleitet von Medien und Unterstützern. Als das Happy End kaum noch greifbar erschien, wurde "Flecki" in einem Garten im 20 Kilometer entfernen Blaubeuren entdeckt.

Am Nürburgring sprang im August 2013 dieser Thüringer Waldziegenbock herum. Das Tier tauchte immer wieder aus dem Nichts auf und verschwand anschließend im Wald zwischen Virneburg und Baar (beides Kreis Mayen-Koblenz). Der Bock erschreckte mehrere Autofahrer. Kinder fingen das Tier schließlich ein.

Zwei Jahre alt und sehr unternehmenslustig war die Karlsruher Seehund-Dame Zola. Sie büxte im Sommer 2013 im Zoo aus, planschte vergnügt im Stadtgartensee und trainierte so nebenbei ihren Babyspeck ab. Außerdem war sie ein Hingucker für Besucher, die in den Gondolettas über den kleinen See schipperten. Vier Wochen lang durfte die Robbe ihre Freiheit genießen, dann lockten Tierpfleger sie mit Salzheringen und Makrelen ans Ufer und fingen sie ein.

Lotti umwehte hingegen ein Hauch von Loch Ness. Sie soll 2013 in einem See bei Irsee (Bayern) einen Jungen in den Fuß gebissen haben. Experten zogen eine Alligator-Schildkröte in Erwägung. Sie zeigte sich allerdings nie - bekam aber trotzdem den Namen Lotti verpasst. Dabei tat die bayerische Gemeinde so viel, um die Schnappschildkröte zu finden: Unter anderen wurden 500 Fische umgesiedelt und das Wasser des Sees abgelassen. Auch ein Finderlohn von 1.000 Euro holte Lotti nicht aus dem Reich der Legenden in die Realität.

Als "Ungeheuer von Loch Dornach" ging im Jahr 2002 die Geierschildkröte Eugen in die Geschichte ein. Sie hatte im Sommer an einem Baggersee nahe dem oberbayerischen Aschheim für Aufregung gesorgt. Offenbar war sie dort von ihrem Besitzer ausgesetzt worden. Geierschildkröten gelten als sehr bissig - die Polizei warnte die Bevölkerung vor der Schildkröte und erließ ein Badeverbot. Anfang Juli 2002 konnte Eugen von einem Angler gefangen werden. Auf dem Bild ist die Schildkröte in der Tierauffangstation am Institut für Zoologie der Ludwig-Maximilians-Universität München zu sehen.

Über den Sommer 2006 hinaus schaffte es die Geschichte über Petra, den schwarzen Trauerschwan. Petra verliebte sich auf dem Aasee in Münster in ein weißes Tretboot in Schwanengestalt. Wochenlang wich sie ihm nicht von der Seite, zog sogar mit dem Boot ins Winterquartier und blieb ihm auch treu, als ein Zoo sie mit einem männlichen Schwan verkuppeln wollte.

Tragisch endete die Geschichte von Braunbär Bruno, der 2006 in den Wäldern Bayerns und Österreichs umherstreifte. Es war seit mehr als 170 Jahren der erste Braunbär, der in Deutschland in freier Wildbahn auftauchte. Weil er in die Nähe von Ortschaften kam und Schafe riss, stufte ihn die bayerische Regierung als "Problembären" ein und gab ihn zum Abschuss frei. Trotz öffentlicher Proteste wurde Bruno im Juni 2006 erschossen. Seit 2008 ist er ausgestopft im Museum in Schloss Nymphenburg zu sehen.  

2008 büxte das Känguru "Tequila" aus dem Privatzoo seines Besitzers aus und vergnügte sich auf den Straßen der Siegburger Innenstadt. Die Feuerwehr musste das Tier mit einem Netz einfangen.

Das schielende Opossum Heidi hätte den perfekten Stoff für das Sommerloch 2010 liefern können. Es kam nämlich schon im Mai desselben Jahres in den Leipziger Zoo. Allerdings wurde Heidi aufgrund von Quarantänebestimmungen und einer Eingewöhnungszeit erst im Dezember der Öffentlichkeit präsentiert. Schnell entwickelte sich die schielende Heidi zum Medienstar - ihre Facebookseite hatte tausende Fans. Der Hype hielt auch über den Sommer 2011 an. Im September 2011 wurde Heidi aus Altersgründen eingeschläfert.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wurde Oktopus Paul aus dem Sea Life Aquarium in Oberhausen weltberühmt. Er sagte alle Ergebnisse der Spiele der deutschen Nationalmannschaft und des Finales richtig voraus. Paul wurde zum internationalen Filmstar. Im Oktober 2010 starb er; Paul sei sanft entschlafen, teilte das Oberhausener Aquarium mit.

Yvonne, eine braun-weiße Kuh, hielt im Sommer 2011 die Menschen in Atem. Die aus Österreich stammende Milchkuh sollte von einem Bauern in Bayern geschlachtet werden. Doch das Tier büxte aus und wurde erst Wochen später wieder eingefangen. Danach durfte Yvonne auf dem Gnadenhof Gut Aiderbichl in Österreich unbehelligt weiterleben. Zur Fußball-EM 2012 musste die Kuh jedoch als Orakel herhalten, war allerdings bei Weitem nicht so erfolgreich wie ihr Vorgänger Paul.

Im Sommer 2012 gingen die Tiergeschichten nicht aus: Pünktlich zu Beginn der Ferienzeit erblickten in Konstanz sechs weiße Löwenjunge das Licht der Welt. Bereits im zarten Alter von einer Woche tummelten sich die Baby-Raubkatzen vom Circus Krone auf den Zeitungsseiten. Gleichzeitig meldeten sich Tierschützer und kritisierten die Haltung von Raubtieren im Zirkus.

Im Juli desselben Jahres schaffte es wieder ein Känguru in die Schlagzeilen: Baby-Känguru Skippy verschwand im rheinland-pfälzischen Ingelheim aus einem Zirkus. Ob es durch den Zaun schlüpfte oder Diebe zugegriffen haben, ist unklar – Skippy hüpfte bis Anfang September frei herum und wurde dann geschnappt.

Im Sommer 1994 war er die "Bestie vom Baggersee": Halb erfroren, verängstigt und hungrig wurde Kaiman Sammy nach einwöchiger Jagd bei Dormagen im Rheinland von Tauchern aus dem See gezogen. Das 80 Zentimeter lange Reptil war seinem Besitzer abgehauen. Nach einwöchiger Jagd kam Sammy in einen Krokodilzoo.

Killerwels Kuno hatte durchaus das Zeug dazu, ein echter Sommerloch-Star zu werden. Der Fisch habe aber im Herbst in einem Weiher in Mönchengladbach einen jungen Dackel gefressen, hieß es 2001. Der angebliche Dackelbesitzer wurde nie gefunden, doch 30 Angler gingen 24 Stunden lang begeistert auf Jagd nach dem schwimmenden Ungeheuer - vor 5.000 Schaulustigen und laufenden Fernsehkameras. Das Pech von Killerwels Kuno: Zwei Jahre später wurde er für tot erklärt, als ein 1,50 Meter langer und 30 Kilo schwerer Wels leblos im Weiher trieb, und als Oktober-Erscheinung war er nie wirklich ein tierischer Sommerloch-Star.

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