Herbstchrysanthemen - pflegen, gießen und vermehren  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / imageBROKER | Dietmar Plewka)

Herbstchrysanthemen - winterhart oder nicht? So pflegen und schneiden Sie die Pflanze richtig

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AUTOR/IN
Volker Kugel
SWR4 Gartenexperte Volker Kugel (Foto: SWR, SWR - Foto: Thilo Schmautz)

Herbstchrysanthemen sind nicht wirklich winterhart. Es gibt jedoch eine Möglichkeit die schönen, bunten Blüten über den Winter zu retten. Mehr dazu verrät SWR4 Gartenexperte Volker Kugel.

Das sind die Chrysanthemen-Arten

Die Chrysanthemen kommen aus Japan und lassen sich in zwei sehr unterschiedliche Pflanzengruppen einteilen: Bei den langstieligen Gartenchrysanthemen, auch Herbstastern genannt, handelt es sich um winterharte Stauden. Die Herbstchrysanthemen mit ihren bunten Blütenbällen in Gelb, Pink, Orange und verschiedenen Rottönen, sind hingegen nicht winterhart, aber es gibt eine Möglichkeit sie durch den Winter zu bringen.

Herbstchrysanthemen - pflegen, gießen und vermehren  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/E. Teister | E. Teister)
Die Herbstchrysantheme mit schönen gelben Blüten picture alliance / blickwinkel/E. Teister | E. Teister

Das muss man bei Chrysanthemen im Herbst beachten

In einem relativ milden Herbst und Frühwinter mit moderaten Temperaturen gibt es keine Probleme. Wenn aber echter Frost kommt, dann gehen die Pflanzen ziemlich schnell ein: Mehrere Nächte mit Luftfrost unter minus drei Grad vertragen die Pflanzen nicht, denn sie stammen aus den milden Gebieten Japans. Leider funktioniert auch die Überwinterung der meist sehr großen Pflanzen im Winterquartier bei anderen Kübelpflanzen nicht. Sie haben einfach zu viel Blüten und Blattmasse.

Rückschnitt, Ort und Auspflanzung der Chrysanthemen - so bringen Sie die Pflanzen über den Winter

Überwintert werden nur die Wurzelstöcke der Pflanzen!

  • Ähnlich wie bei den Geranien aus dem Balkonkasten schneiden Sie die Herbstchrysanthemen auf etwa zehn Zentimeter zurück. Das ist ziemlich radikal, aber es klappt.
  • Dann schlagen Sie die Wurzelstöcke in frischer Blumenerde in einer Kiste nebeneinander ein. Eine frostfreie Garage mit Fenster, ein nicht zu dunkler Keller oder das Quartier für Oleander und Zitruspflanzen sind ideale Plätze dafür.
  • Ab Ende März teilen Sie die Wurzelstöcke dann mit einem scharfen Messer in handliche Stücke. Jedes Teilstück sollte zwei bis drei Triebe und Wurzeln haben. Dann wird in 20 Zentimeter große Töpfe mit frischer Blumenerde eingetopft.
  • Anfang Mai kommen die Pflanzen ins Freie an einen halbschattigen Platz.
  • Mit einem "grünen Daumen" und ein bisschen Glück blühen die hübschen Pflanzen im Herbst ab September wieder auf!
Herbstchrysanthemen - pflegen, gießen und vermehren  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/vizualeasy | Bernhard Hayo)
Die Herbstchrysanthemen gibt es in verschiedenen Rottönen. picture alliance/vizualeasy | Bernhard Hayo

Das ist wichtig beim Gießen und Düngen der Herbstchrysanthemen

Das Wichtigste vorweg: Herbstchrysanthemen vertragen keine Staunässe. Diese führt sehr schnell dazu, dass die Pflanzen welken und schließlich absterben. Im Herbst verbrauchen die Pflanzen nicht mehr so viel Wasser, da wird beim Gießen oft zu viel des Guten getan. Komplett austrocknen dürfen Herbstchrysanthemen allerdings auch nicht.

Düngen müssen Sie die Pflanzen nicht, das haben die Gärtner mit Hilfe von Langzeitdünger bereits für die gesamte Herbstsaison erledigt.

Herbstchrysanthemen - pflegen, gießen und vermehren  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/H.-R. Muelle | McPHOTO/H.-R. Mueller)
Herbstchrysanthemen blühen in vielen verschiedenen Farben. picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/H.-R. Muelle | McPHOTO/H.-R. Mueller

So vermeheren Sie die Herbstchrysanthemen

Wer die Pflanze nach dem Verblühen auf etwa zehn Zentimeter zurückschneidet und kühl überwintert, kann dann Ende Februar/Anfang März sechs bis acht Zentimeter große Stecklinge schneiden. Diese werden direkt in die frische Erde gesteckt und dann hell an einem Fenster aufgestellt. Sie können den Pflänzchen das Anwachsen erleichtern, indem Sie eine Tüte oder Wasserflasche als "Mini-Gewächshaus" darüberstülpen. So vermehren Sie die Herbstpflanzen für die kommende Blühsaison.

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SWR4 Gartenexperte Volker Kugel ist im Hauptberuf Direktor des Blühenden Barocks in Ludwigsburg und damit Chef einer der schönsten Gärten Deutschlands.  mehr...