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Nirgendwo in Europa ist der Strom für Haushalte so teuer wie bei uns. Deshalb kann es sich lohnen, den Stromanbieter zu wechseln. Wir geben ihnen Tipps, worauf Sie dabei achten sollten.

1. Vertrag prüfen und Jahresverbrauch ermitteln

Überprüfen Sie die Vertragsdauer ihres aktuellen Vertrags und beachten Sie die Kündigungsfristen. In der Regel ist eine Kündigung erst bei Vertragsablauf, zum Beispiel nach einem Jahr, möglich.

Wer sich einen neuen Stromanbieter sucht, sollte vorher wissen, wie viel Strom er im Jahr verbraucht. Die Angaben findet man auf der Gas- oder Stromrechnung. Umfasst sie kein ganzes Jahr, sollten Sie die Kosten auf ein Jahr hochrechnen.

2. Neuen Tarif auswählen

Am besten sucht man den neuen Stromanbieter über Vergleichsportale im Internet. So bekommt man einen guten Überblick über alle Angebote und kann vergleichen. Nutzen Sie am besten mindestens zwei Vergleichsportale.

Meist haben die Portale bei den Suchfiltern aber eine eigene Vorauswahl eingestellt. Man sollte daher die Filter-Optionen überprüfen und gegebenenfalls ändern.

  • Die Bonuszahlung sollte man nicht mit einrechnen. Denn nur so kann man die Jahreskosten besser einschätzen. Denn im Folgejahr gibt es den Bonus nicht mehr.
  • Wählen Sie alle Tarife aus. Lassen Sie sich nicht nur Tarife von Anbietern anzeigen, zu denen sie direkt über das Portal wechseln können. Das schränkt ihre Auswahl ein.
  • Die Voreinstellung "hohe Kundenempfehlungsquote" ausblenden, denn die Empfehlungen können nur für Tarife vergeben werden, für die das Portal Provisionen bekommt. Auch das würde die Auswahl unnötig einschränken.

Bedenken Sie, dass neben dem Strompreis auch die Laufzeit des Erstvertrags und die Kündigungsfristen beim Stromanbieterwechsel wichtig sind. Die Laufzeit sollte maximal ein Jahr betragen und eine kurze Kündigungsfrist haben.

3. Angaben überprüfen

Nehmen Sie die Angaben des Tarifrechners und überprüfen Sie diese auch auf der Internetseite des Anbieters. Im Zweifel fragen Sie direkt beim Anbieter nach.

Machen Sie einen Screenshot oder ein Fotos von den Tarif- und Bonusbedingungen und überprüfen Sie diese mit der Auftragsbestätigung ihres neuen Energielieferanten.

4. Was bei der Kündigung zu beachten ist

Der neue Anbieter kündigt für Sie den alten Vertrag, wenn Sie ihm die Vollmacht dafür erteilen.

Wenn die Kündigungsfrist bald endet und sich der Vertrag automatisch verlängern würde, sollten Sie die Kündigung lieber selbst vornehmen, damit Sie die Frist auch einhalten. Und zwar schriftlich, per Einschreiben mit Rückschein. Das gilt auch für Sonderkündigungen wegen einer angekündigten Preiserhöhung, die man fristlos erklären kann. Denn einige Anbieter führen bei Sonderkündigung keinen Wechsel durch.

Teilen Sie dem neuen Anbieter auf jeden Fall mit, dass Sie bereits gekündigt haben.

5. Zählerstände übermitteln

Lesen Sie zum Tag des Wechsels den Zählerstand ab und teilen Sie ihn dem zuständigen Netzbetreiber, dem alten und dem neuen Stromlieferanten mit. Das hilft Missverständnisse zu vermeiden.

6. Daten löschen lassen

Wenn Sie häufiger den Energieanbieter wechseln, dann sollten Sie ihren ehemaligen Stromanbieter bitten, ihre personenbezogenen Daten zu löschen. Denn es gibt immer wieder Fälle, dass Kunden von Stromanbietern abgelehnt werden, weil sie Vielwechsler sind.

Wer sich unsicher ist, der kann sich auch von der Verbraucherzentrale beraten lassen. Für Leute mit wenig Zeit bieten sich Wechselservice-Anbieter an. Sie suchen das günstigste Angebot heraus und kümmern sich auch um den Rest.

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