Aus Rosskastanien lassen sich viele Dinge herstellen (Foto: picture-alliance / Reportdienste,  Martina Raedlein)

7 Ideen: Dafür können Sie Kastanien verwenden

STAND

Rosskastanien sind wahre Allrounder. Sie können mehr als nur Herbstdeko sein. Ihre Inhaltsstoffe wirken wie natürliche Seife. Wir erklären, wie Sie das im Haushalt und für die Hautpflege anwenden können.

Die Kraft der Rosskastanie steckt in ihrem Inneren: Sie enthält Saponine. Die haben seifenartige Eigenschaften und schäumen, wenn sie mit Wasser zusammen kommen.

Deswegen kann man diese Kastanien zum Reinigen von Oberflächen im Haushalt oder zur Hautpflege verwenden. Die passenden Mittel können Sie ganz einfach selbst herstellen.

1. Putzmittel selber machen - ohne Chemie

Zehn Rosskastanien reinigen und vierteln. Die Stücke in eine Tüte geben und mit einem Hammer zerkleinern.

Die Krümel in ein Gefäß schütten und mit ein bis zwei Litern kochendem Wasser übergießen.

Alles mindestens 12 bis 24 Stunden ziehen lassen. So lösen sich die Inhaltstoffe besser. Das Gemisch dabei gelegentlich schütteln oder umrühren.

Die Flüssigkeit durch ein Sieb gießen und in Flaschen abfüllen.

Fertig ist das Putzmittel für Fußböden oder Oberflächen. Es hält sich mehrere Wochen - besser aber rasch verbrauchen. Mit dem Rosskastanien-Putzmittel kann man auch Geschirr abwaschen.

Putzfrau beim putzen einer Arbeitsplatte (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Zoonar | Robert Kneschke)
Zoonar | Robert Kneschke

2. Waschpulver aus Kastanien herstellen

So ähnlich wie beim Haushaltsreiniger lässt sich aus den Rosskastanien auch Waschpulver herstellen. Es ist für leicht verschmutzte Wäsche geeignet.

Wie es geht, sehen Sie im Video:

Bei heller Wäsche sollte man vorher die Schalen der Kastanien entfernen und etwas Backpulver oder Natron dazu verwenden.

Bei stark verschmutzter Wäsche ab 60 Grad sollte man ebenfalls Natron hinzugeben. Flecken vorher mit Gallseife behandeln.

3. Gesichtsmaske für fettige Haut

Junge Frau schaut in den Spiegel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Zoonar | Channel Partners)
Zoonar | Channel Partners

Die Rosskastanie kann auch auf die Haut: Wer zu fettiger Haut neigt, kann sie durch Anwendung einer Kastanien-Maske in Balance bringen. Ihre Wirkung ist reinigend und beruhigend. Außerdem ist die Maske entzündungshemmend.

Man braucht dafür zwei Esslöffel Rosskastanienpulver und zerkleinert es mit einem Mörser oder einer Kaffeemühle.

Das Pulver mit etwas Wasser vermischen und auf das Gesicht auftragen.

Die Maske zehn Minuten einwirken lassen und mit lauwarmem Wasser abwaschen.

4. Kastanien als Badezusatz

Rosskastanien als Badezusatz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Themendienst | Christin Klose)
dpa Themendienst | Christin Klose

Ein Rosskastanienbad soll gut für die Durchblutung der Venen sein und bei rheumatischen Beschwerden helfen.

Dafür etwa 500 bis 1000 Gramm Rosskastaninen waschen, mit Schale kleinschneiden und über Nacht in Wasser einweichen. Vor dem Bad kurz aufkochen, den Sud durch ein Sieb gießen und ins Badewasser geben.

5. Salbe mit Rosskastanienextrakt

Ebenso soll Salbe aus Rosskastanien zur äußeren Anwendung die Funktion der Venen unterstützen und auch gegen Krampfadern helfen. Wirkstoff dabei ist das Rosskastanienextrakt.

Mit diesem Inhaltsstoff lässt sich eine Rosskastaniensalbe auch selbst herstellen. Das ist allerdings etwas aufwändig.

Wer sich daran versuchen möchte, findet hier eine Anleitung mit Fotos:

6. Sud gegen Läuse - für den Garten ohne Chemie

Blattläuse auf der Hinterseite eines Blattes (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Zoonar | Amelia Martin)
Zoonar | Amelia Martin

Einen Sud aus Rosskastanien lässt sich auch im Garten einsetzten - als Seifenlauge gegen Blattläuse. Dazu:

Zehn Kastanien zerkleinern in einem Liter Wasser aufkochen. Abkühlen lassen, durch ein Sieb gießen und in eine Sprühflasche füllen.

Auch dieser Sud enthält Saponine, eine seifenartige Substanz. Die sorgt dafür, dass sich die Schädlinge nicht mehr am Blatt halten können und runterfallen.

7. Rosskastanien als Futter für Wildtiere

Ein Kind füttert ein Reht mit Kastanien (Foto: IMAGO,  Panthermedia)
Panthermedia

Für Menschen sind Rosskastanien ungenießbar und ab einer bestimmten Menge sogar giftig. Für Wildtiere sind sie im Winter eine gute Ergänzung auf dem Speiseplan.

Erkundigen Sie sich einfach, wo Forstamt oder Tierpark Kastanien annehmen und was sie dafür zahlen. So können sich besonders Kinder mit dem Sammeln von Kastanien ein bisschen das Taschengeld aufbessern.

STAND
AUTOR/IN
SWR