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Die Katze auf dem Dach festgefroren, die Entenfamilie auf der Straße oder das Eichhörnchen ist im Kanaldeckel eingeklemmt: Was ist zu tun, wenn man ein verletztes Tier in Notlage findet?

Tier in Not - wann helfen Feuerwehr und Polizei?

Befinden sich Tiere in einer lebensbedrohlichen Notlage, dann helfen Polizei und Feuerwehr. Sie versuchen, das Tier einzufangen oder zu befreien und bringen es, wenn nötig, auch in eine Tierklinik oder das örtliche Tierheim. Dabei muss die Verhältnismäßigkeit natürlich stimmen. Findet man eine Taube mit verletztem Flügel und kann sie mühelos selbst einfangen, dann muss dafür die Feuerwehr nicht ausrücken. Das Tier kann zum Tierarzt oder in das örtliche Tierheim gebracht werden. Ist dagegen ein Tier eingeklemmt oder läuft orientierungslos auf der Straße herum und lässt sich nicht einfangen, dann sind Feuerwehr und Polizei genau die richtigen Ansprechpartner.

Ein Falke in den Händen eines Feurwehrmannes (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Wer zahlt den Einsatz von Feuerwehr und Polizei?

Zahlen muss den Einsatz nur, wer die Gefahr für das Tier grob fahrlässig herbeigeführt hat und das ist meistens der Tierhalter. Wer also seinen Hund bei großer Hitze im Auto lässt, zahlt den Einsatz der Feuerwehr, ebenso wie der Halter einer Schlange, die aus dem Terrarium ausgebüchst ist. Die Höhe der Rechnung legt jede Gemeinde individuell fest.

Hund liegt auf dem Boden im Gras (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Verletztes Tier gefunden

Findet man ein krankes oder verletztes Tier, so ruft man am besten zunächst beim örtlichen Tierschutzverein oder beim Tierarzt an. Hier gibt es Ansprechpartner, Telefonnummern und erste Handlungsanweisungen.

Tierarztrechnung

Bringt man das verletzte Tier zu einem Tierarzt oder in die nächste Tierklinik, geht die Rechnung zuerst einmal an denjenigen, der das Tier beim Tierarzt vorgestellt hat. Allerdings ist am Ende der Halter des Tieres gesetzlich verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Ist kein Halter zu ermitteln, weil das Tier nicht gechipt oder tätowiert ist, übernimmt meistens die Kommune. Häufig haben die Gemeinden einen Vertrag mit dem örtlichen Tierschutzverein zur Aufnahme von Fundtieren, so dass die Rechnung dann direkt an das Tierheim geht.

Reh in einem Kornfeld (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Wildtiere

Wer ein angefahrenes Wildtier am Straßenrand findet, sollte den zuständigen Förster und die Polizei anrufen. Verletzte Tiere, wie Rehe oder Füchse, sollten auf keinen Fall angefasst werden, da sie sich wehren könnten. Und – ganz wichtig - das angefahrene Wild darf vom Unfallort nicht entfernt werden, sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei. Handelt es sich dagegen um ein Kleintier, ist auch ein Anruf beim nächsten Tierheim oder Tierschutzverein ein guter erster Schritt.

Findet man ein scheinbar verlassenes Tierkind im Wald, so ist es am besten, den örtlichen Förster zu informieren. Oft ist der Tiernachwuchs nur auf den ersten Blick verlassen und das Muttertier beobachtet das Versteck ihrer Jungen aus sicherer Entfernung. Der Förster sieht sich die Situation dann an und entscheidet, was zu tun ist. Ganz wichtig ist: Tierkinder nicht mit bloßen Händen anfassen, sonst werden sie von den Elterntieren nicht mehr angenommen.

Eichhörnchen, Igel und heimische Vogelarten sind geschützt

Diese Tiere dürfen zwar zu Hause aufgepäppelt werden, müssen danach aber wieder in die freie Wildbahn zurückkehren. Handelt es sich um besonders geschützte Arten, muss die Aufnahme der Unteren Naturschutzbehörde bei der jeweiligen Kreisverwaltung gemeldet werden.

ein Star und ein Jungvogel, der um Futter bettelt (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Jungvögel

Im Sommer findet man häufig Jungvögel, die auf dem Boden sitzen und noch nicht fliegen können. Diese Tiere werden meistens noch von den Eltern gefüttert. Also nicht mitnehmen, sondern lieber vorsichtig in ein nahes Gebüsch setzen. Laut Tierschutzbund muss man bei Vögeln nicht befürchten, dass die Elterntiere den Nachwuchs nicht mehr annehmen, nachdem ein Mensch sie angefasst hat. Vögel haben glücklicherweise einen schlechten Geruchssinn.

Erst mal beobachten

Grundsätzlich gilt: Ist man sich nicht sicher, ob das Tier tatsächlich ein Problem hat, ist es ratsam, es eine Weile zu beobachten. Oftmals kommt das Muttertier zu einem Jungen zurück oder die Katze schafft es doch noch alleine vom Baum.

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