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Plötzliche Schwankungen der Temperatur setzen Menschen unterschiedlich zu. Die Tipps unseres Experten helfen ihrem Kreislauf, sich auf den Wetterumschwung besser einzustellen.

Warum Menschen unterschiedlich auf plötzliche Temperaturschwankungen reagieren

Wie sehr jemand auf Temperaturschwankungen reagiert, das hängt damit zusammen, wie sehr er sich selbst diesen Temperaturreizen aussetzt. Menschen, die viel an der frischen Luft sind, dort kalt und warm erleben, sind an diese Reize gewöhnt, abgehärtet sozusagen. Diese Menschen reagieren in der Regel weniger als jene, die sich sehr viel in Innenräumen aufhalten.

Wie jemand reagiert, hängt aber auch von vielen persönlichen Faktoren ab, die gar nicht so leicht zuzuordnen sind. Aber wir betreiben ja viel Genforschung und vielleicht wird man auch mal ein Wetterabhängigkeitsgen finden.

Das passiert im Körper bei einem plötzlichen Wetterumschwung

Das sympathische Nervensystem, das dafür zuständig ist, dass der Körper auf Belastungen reagieren kann, wird aktiviert. Der Blutdruck kann sich verändern, im Winter zum Beispiel ist er höher als im Sommer. Tatsächlich aber sind die Menschen und auch die Wetterveränderungen so unterschiedlich, dass es gar nicht so einfach ist zu sagen, was da genau passiert.

Wetterfühligkeit (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk - McPhoto)
Ein Wetterumschwung kann den Blutdruck verändern. dpa Bildfunk - McPhoto

Wetterfühligkeit bei jüngeren und älteren Menschen

Man ist in der Jugend etwas reaktionsbereiter, reagiert kräftiger auf Reize, ältere Menschen reagieren da oft nicht so gut. Dadurch sind junge Menschen tatsächlich stärker wetterfühlig. Wenn bei richtig heißem oder auch kaltem Wetter Menschen sterben, dann trifft es vor allem ältere Personen, die auf diese extremen Reize nicht mehr so reagieren können.

Tipps für Wetterfühlige bei akuten Beschwerden

Es kommt immer auf den individuellen optimalen Temperaturbereich an. Wenn es also plötzlich heiß wird, sollte ein kühler Ort aufgesucht werden. Wenn es plötzlich kalt wird, umgekehrt. Sie sollten sich schonen, den Tag ruhig angehen. Das ist nicht der Moment, um weitere Reize zu setzen, sich durch körperliche Anstrengung noch mehr zu belasten. Bei akuten Beschwerden sollte man dem Körper die Ruhe gönnen, die er sich wünscht. Das Training findet dann danach statt.

Das können Wetterfühlige machen

Wenn das Wetter stabil ist und Sie sich wieder fit fühlen, dann schauen Sie, dass Sie sich mehr bewegen, ideal ist mindestens eine Stunde am Tag. Setzen Sie sich auch Kalt-Warm-Reizen aus, ganz ideal dafür ist im Winter der Saunabesuch mit dem anschließenden kalten Guss. Gehen Sie auch bei Regen und bei Kälte raus und wärmen Sie sich anschließend wieder auf. Ob's was geholfen hat, das merken Sie dann beim nächsten Wetterumschwung, wenn also der Reiz stärker ist, als Sie ihn bisher ausgehalten haben und Sie plötzlich feststellen, es macht gar nichts mehr aus.

Wetterfühligkeit (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Warnack)
Eine Frau geht mit ihrem Hund im Regen spazieren. picture alliance/dpa | Thomas Warnack

So helfen Kneipp-Anwendungen beim Training

Kneipp bleibt aktuell! Gerade mit den Wasseranwendungen sind diese Kalt-Warm-Reize sehr intensiv. Wenn es im Sommer sehr heiß ist, dann können Sie sich einen Kaltreiz gönnen, vielleicht an einem kneippschen Tret- oder Armbecken. Ohne Kneippanlage geht das aber auch, etwa, wenn Sie sich mit der Gießkanne einen Stirnguss machen oder sich mit den Händen Wasser ins Gesicht werfen. Um diese Reize zu trainieren ist es auch gut, wenn Sie mit Ihrer Dusche kalte Güsse machen.

Dazu den Feinstrahl abschrauben, damit der Strahl ganz natürlich herauskommt. Dann fangen Sie am rechten Fuß, führen den Strahl an der Außenseite des Beines bis zum Knie hoch und an der Innenseite wieder herunter. Das vertragen die allermeisten Menschen sehr gut. Etwas intensiver wird der Reiz, wenn man mit dem Strahl das Knie überquert und die Übung auch am Oberschenkel macht. Wenn es mit dem kalten Wasser dann Richtung Bauch geht, wird der Reiz immer stärker. Aber für den Anfang ist der Guss am Unterschenkel schon mal ganz gut!

Wetterfühligkeit (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Die Hände werden mit Quellwasser vom Brunnen abgekühlt. Picture Alliance

Das perfekte Wetter für den Menschen gibt es nicht

Wir sind ja von der Arktis bis in die Wüste sehr anpassungsfähig. Wenn wir uns gut daran gewöhnen, können wir mit jedem Klima fertigwerden. Allerdings, wenn wir alt, schwach und richtig krank sind, wenn wir an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit und unseres Lebens kommen, dann kann das Wetter für uns zu heftig werden. Dann ist es eine Gefahr und dann ist es gut, dass es klimatisierte Räume gibt. Aber solange wir leistungsfähig sind, ist es sehr schädlich, dass wir diesen bequemen Weg gehen und die klimatischen Herausforderungen scheuen.

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