Die Pulsatilla hält Trockenheit gut aus. Ihre rosa Glockenblüte wird von einer Biene angeflogen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Mehr Sonne - kaum Wasser: So kommt Ihr Garten durch Trockenheit

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Trockenheit und Dürre lassen Gartenpflanzen nicht mehr wachsen wie bisher. Wir zeigen Ihnen drei einfache Schritte, mit denen Sie Ihren Garten an das veränderte Klima anpassen.

Schritt 1: Bei Trockenheit weniger Wasser verdunsten lassen

Das geht am besten durch regelmäßiges Hacken der Beetoberfläche, empfiehlt SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden: Einmal in der Woche Hacken zerstört die oberen Kapillaren. Das Wasser von unten wird dadurch schlechter nach oben transportiert und die Bodenfeuchte bleibt erhalten. Das spart Wasser.

Ein Hand im Handschuh lockert mit einer kleinen Hacke die Blumenbeet-Oberfläche (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
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Die Alternative zum Hacken ist das Mulchen. Das geht mit Rasenabfällen genauso gut wie mit geheckseltem Kompost oder Küchenabfällen. Am besten so verteilen, dass nirgendwo mehr Erde rausschaut.

Auch Schatten verhindert Verdunstung: Wo Bäume stehen, ist es meistens grün drumherum. Zur Not hilft auch ein Sonnenschirm. Aber, so die SWR4 Gartenexpertin, der ist nicht so effektiv gegen die Dürre wie ein natürlicher Schattenspender. Besser: Hecken und (Obst- bzw. Nuss-) Bäume pflanzen.

Schritt 2: Weg mit dem Rasen - her mit den Bodendeckern

Ein sattgrüner Rasen braucht viel Wasser. Durch die Wasserknappheit wird er jetzt braun und verdörrt.

Vertrockneter Rasen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst | Franziska Gabbert)
picture alliance / dpa Themendienst | Franziska Gabbert

Wer auf ihm nicht zwingend Fußballspielen oder Feiern möchte, kann sich nach grünen Alternativen umschauen. Die sind zwar nicht ganz so trittfest, halten dafür aber anhaltende Trockenheit aus.

SWR4 Gartenexperte Volker Kugel empfiehlt statt Rasen Bodendecker: Zwergthymian, Teppichverbene, Fiederpolster - und für eher schattige Bereiche auch das Sternmoos. Ebenso kann ein Kräuterrasen Sinn machen.

Fiederpolster als Rasenersatz. Die Staude erträgt Trockenheit und hilft beim Wassersparen. (Foto: SWR, SWR, Marc Sansone)
Fiederpolster. SWR, Marc Sansone

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die niedrig wachsenden Pflanzen helfen Wasser sparen und brauchen weniger Pflege. Das gilt vor allem für's Mähen: ein- bis zweimal im Jahr reicht.

Der Rasen lässt sich gut im Herbst umgestalten. Dann macht mehr Regen das Umgraben leichter und die neuen Stauden haben vor dem Winter genug Zeit zum Anwachsen.

Schritt 3: Wasser sparen mit Gartenpflanzen für trockenen Boden

Wer es satt hat, Leitungswasser im Boden zu versenken, wählt standortgerechte und klimaresistente Pflanzen. Also Stauden oder auch Kräuter, die auch in unseren Breiten jetzt mit mehr Sonne und weniger Wasser klarkommen. Dazu ruhig Mal Richtung Mittelmeer schauen, empfiehlt SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden:

Rosablühende Fette Henne, auf der sich ein Tagpfauenauge und eine Biene niedergelassen haben. Sie hält Trockenheit gut aus. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Die Fette Henne kommt als Gartenpflanze gut mit Trockenheit zurecht. Picture Alliance

In den Ländern dort wachsen robuste und hitzeresistente Gartenpflanzen, die dicke, fleischige Blätter haben und darin Wasser speichern und sparen - wie die Fette Henne.

Man sieht auch Pflanzen mit ledrigen Blättern, zum Beispiel Rosmarin. Oder sie haben Härchen, die Verdunstung verhindern- wie beim Woll-Ziest oder bei der Pulsatilla. Diese Trockenstauden werden jetzt zu den "neuen Helden" im Beet. Mit ihnen lassen sich bei Wassermangel oder Dürre bunte Beete ergänzen oder - für die Mutigen - komplett neu gestalten.

Ansonsten auf die Vielfalt achten! Die lockt auch Insekten und Kleintiere an. Recht einfach geht das, wann man den Garten wie eine natürliche Wiese anlegt.

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