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Der Rosenkäfer ist kein wirklicher Schädling. Vielmehr kann der Käfer nützlich sein. Und das betrifft nicht nur die ausgewachsenen Rosenkäfer.

Wer einmal so einen Rosenkäfer gesehen hat, vergisst den Anblick nicht: Die ganze Oberseite des kleinen Kerlchens glänzt grün, manchmal leicht golden - bis bronzefarben.

An kühlen Tagen kann man die Rosenkäfer besonders gut beobachten, da sitzen sie ein bisschen träge auf blühenden Gehölzen. Wenn die Luft wärmer ist, schwirren sie laut brummend und ein bisschen unbeholfen durch die Gegend.

Goldglänzender Rosenkäfer fliegt. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / imageBROKER | André Skonieczny)
Goldglänzender Rosenkäfer fliegt. picture alliance / imageBROKER | André Skonieczny

Ist der Rosenkäfer ein Schädling für unsere Gartenpflanzen?

Die gute Nachricht: Der Rosenkäfer ist kein ausgewiesener Schädling. Im Gegenteil! Er kann uns im Lauf seines Lebens sogar nützlich sein! Sobald es wärmer wird bis in den späten Sommer hinein, sitzen oft mehrere Rosenkäfer auf den Blüten von Glanzmispeln, Schneeball, Holunder und natürlich Rosen.

Was fressen Rosenkäfer?

Sie ernähren sich vom Nektar und den Pollen der Pflanzen, lecken den Saft von Pflanzen und auch reifen Früchten. Die Käfer ernähren sich zwar auch von Blütenblättern - verursachen aber keine größeren Fraßschäden.

Ein Rosenkäfer sitzt auf einer pinkfarbenen Blüte im Garten. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Zoonar | HEIKO KUEVERLING)
Ein Rosenkäfer sitzt auf einer pinkfarbenen Blüte im Garten. picture alliance / Zoonar | HEIKO KUEVERLING

Was tun, wenn sehr viele dieser Rosenkäfer im Garten auftauchen?

Um es gleich vorweg zu sagen: Der goldglänzende Rosenkäfer ist bei uns eine geschützte Art. Er darf nicht getötet werden! Das ist auch wirklich nicht nötig. Wenn Sie den Eindruck haben sollten, dass sich da zu viele kleine Rosenkäfer auf einer Pflanze tummeln, dann sammeln Sie ein paar davon einfach ab und setzen sie an einer anderen Stelle im Garten aus.

Ein Trauer-Rosenkäfer sitzt auf einer Phacelia. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Zoonar | JuergenLandshoeft)
Ein Trauer-Rosenkäfer sitzt auf einer Phacelia. picture alliance / Zoonar | JuergenLandshoeft

Es ist nützlich, den Rosenkäfer gut zu behandeln

Der ausgewachsene Rosenkäfer ist eine Freude für die Augen, aber richtiggehend nützlich können uns die Larven sein. Das sind dicke, weißliche Engerlinge, die eine stark gekrümmte Form aufweisen. Man findet die Larven in weichen Holzresten, im Gartenboden, manchmal auch in Blumentöpfen, die mehrere Jahre nicht verändert wurden.

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Wie erkennt man die Larven des Rosenkäfers?

Die Larven des Rosenkäfers erkennt man daran, dass sie sich strecken und auf dem Rücken davonrobben. Das unterscheidet sie von den Larven zum Beispiel des Juni- und des Maikäfers. Und auch von den Larven des bei Hobbygärtnern gefürchteten Dickmaulrüsslers. Es ist also wichtig, diesen Unterschied zu kennen!

Eine fast ausgewachsene Larve in der Blumenerde. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Eine fast ausgewachsene Larve in der Blumenerde. Picture Alliance

Der Kompost ist ein guter Ort für die Larven

Wer will, kann die Rosenkäfer-Larven in seinen Kompost verfrachten. Sie sollten dort aber eine Weile bis zum Schlüpfen des Käfers ungestört bleiben können. Als Bewohner des Komposts ernähren sie sich ausschließlich von den verrottenden Pflanzenteilen. Die Mischung der Ausscheidungen von Rosenkäfer-Larven und Regenwürmen bilden zusammen mit der Komposterde den wertvollen Dauerhumus.

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