Rasenpflege: Trockener Rasen, gelbe Blätter und dazwischen ein Rasensprenger (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Rasen im Herbst: Ist unser Grün noch zu retten?

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AUTOR/IN
Mario Laufmann

Trockenheit und Hitze haben vielerorts dem Rasen stark zugesetzt. Statt saftig grün ist das Gras oft nur noch braun und verbrannt. Können wir mit der richtigen Rasenpflege im Herbst unser Grün retten?

1. Rasen mähen - wirklich nötig?

Nach diesem trockenen Sommer dürfte es bei vielen Gartenbesitzern nicht viel zu mähen geben. Wer seinen Rasen nicht laufend gewässert hat, bei dem ist auch nicht viel gewachsen. In diesem Fall muss die Fläche im Herbst auch nicht gemäht werden. Wer noch eine geschlossene grüne Grasnarbe hat, sollte sie vor Beginn der kalten Jahreszeit mit dem Rasenmäher etwas herunter schneiden - aber nicht zu kurz, denn kurz gemähter Rasen trocknet schnell aus.

Rasen mit Pusteblume (Foto: Colourbox, Jens Gade)
Jens Gade

2. Den Rasen mit Herbstdünger düngen

Falls noch Rasen übrig geblieben ist, könnte sich das Düngen im Herbst lohnen. Dafür sollten Sie unbedingt speziellen Herbstdünger verwenden. Der Dünger liefert den Graspflanzen Nährstoffe, die in den Zellen eingelagert werden und dann im Frühjahr sofort zur Verfügung stehen. Eine Extraportion Kalium macht sie widerstandsfähig gegen Kälte.

3. Rasen vertikutieren - im Herbst oder im Frühling?

Beim Vertikutieren wird bewusst die Rasenwurzel leicht verletzt, um das Wachstum anzuregen. Wenn der Rasen im Herbst aber nicht mehr viel wachsen soll, macht das Vertikutieren zu dieser Jahreszeit weniger Sinn als im Frühjahr. Es sei denn, sie möchten sowieso komplett neu säen, weil das Gras im Sommer zu sehr gelitten hat. In diesem Fall ist es sinnvoll, den Boden aufzulockern und auf die neue Saat vorzubereiten.

4. Rasen säen - spezielle Mischungen bei Trockenheit

Wenn Sie Rasen säen möchten, sollten Sie mit Blick auf den Klimawandel andere Sorten nehmen als bisher. Es gibt spezielle Mischungen für Gräser, die geringe Ansprüche an den Boden stellen und Trockenheit besser vertragen (zum Beispiel aus Wiesenrispe und Rohrschwingel). Da diese Mischungen meist nicht zum Ausbessern von kahlen Stellen geeignet sind, sollten Sie den Rasen lieber komplett neu säen.

Rasen und Rasensamen (Foto: Colourbox)

Rasen säen können Sie auch im frühen Herbst noch. Bis Ende September sollten die Samen ausgebracht sein, damit Sie vor dem Wintereinbruch noch etwas wachsen können. Als Starthilfe können Sie schon beim Säen Dünger zusetzen. Doch ist ein Rasen angesichts der Zunahmen von Trockenheit und Dürren noch eine gute Lösung für unseren Garten?

5. Die Grünfläche zum Kräuterrasen machen

Wie wäre es, wenn Sie jetzt im Herbst zwischen den Rasengräsern einfach ein paar Kräuter pflanzen? Gänseblümchen, Löwenzahn oder andere Wildblumen blühen und erfreuen damit nicht nur unser Auge, sondern auch viele Insekten. Ein solcher Kräuterrasen ist vielleicht nicht mehr so nahtlos grün und eben, bietet dafür aber folgende Vorteile:

  • Gute Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen, Käfer und Schmetterlinge
  • Kräuter sind gerade in Dürrezeiten widerstandsfähiger als Graspflanzen.
  • Die Rasenpflege fällt leichter: Düngen, wässern, vertikutieren sowie Unkraut entfernen ist nicht mehr nötig.
Wiese: Hummel sitzt auf einer Blüte (weißer Klee) (Foto: IMAGO, Nature Picture Library)
Nature Picture Library

6. Bodendecker - Fiederpolster oder Teppichverbene als Rasenersatz

Kennen Sie Fiederpolster, Sternmoos oder Zwergthymian? Das sind sogenannte Kleinstauden oder Bodendecker, die als Rasenersatz gepflanzt werden können. Sie decken den Boden ähnlich dicht ab wie Gras, sind aber viel pflegeleichter und müssen nicht so oft gemäht werden. Solche Bodendecker sind besonders dann gut geeignet, wenn die Fläche nicht so stark genutzt wird oder eher kleiner ist. Übrigens: Je höher der Gras-Anteil, desto trittfester ist die Rasenfläche.

7. Bäume und Sträucher spenden Schatten

Eine offene Rasenfläche, auf die die Sonne knallt, ist ohne viel Wasserverbrauch nicht mehr grün zu halten. Anders sieht es aus, wenn im Garten hier und dort Schatten fällt. Die idealen Schattenspender sind Bäume oder Sträucher. Gartenexperte Werner Ollig empfiehlt zum Beispiel, Obst- oder Nussbäume zu pflanzen. Dadurch habe man außerdem ab Herbst noch etwas Leckeres zu Essen.

Bäume spenden Schatten im Garten: Eine Frau liegt entspannt auf dem Rasen. (Foto: IMAGO, Westend61)
Westend61

Rasenfarbe: Warum nicht einfach den Rasen grün färben?

Im US-amerikanischen Kalifornien zum Beispiel sprühen Gartenbesitzer grüne Farbe auf ihren vertrockneten, braunen Rasen. Auf diese Weise soll er schöner anzusehen sein. Problem: Da der Rasen trocken bleibt, ist das Färben zu Klimawandel-Zeiten sogar kontraproduktiv. Vertrockneter Rasen binde kein CO2, produziere keinen Sauerstoff und kühle nicht die Umgebungsluft, so die Deutsche Rasengesellschaft. Lieber solle der Gartenbesitzer eine robuste Wildblumenwiese anlegen und Schattenspender wie Sträucher und Bäume pflanzen.

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