Lampenputzergras leuchtet in herbstichen Farben. (Foto: picture-alliance / Reportdienste,  blickwinkel/H. Schmidbauer | H. Schmidbauer)

Ziergras im Herbst: Lampenputzergras oder Chinaschilf die Hingucker im Staudenbeet

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Volker Kugel
SWR4 Gartenexperte Volker Kugel (Foto: SWR, SWR - Foto: Thilo Schmautz)
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Viviane Chartier

Ziergräser haben im Herbst ihren großen Auftritt. Ob japanisches Blutgras oder Lampenputzergras, die Gräser sorgen für schöne Farbakzente. SWR4 Gartenexperte Volker Kugel stellt eine Auswahl vor.

Zum Glück sind nicht alle Ziergräser ausschließlich grün oder silberfarben. Es gibt wunderschöne Gräser für Staudenbeete, die sich mit ihren roten oder dunklen Halmen optimal ins herbstliche Farbenspiel einreihen.

Die hier vorgestellten Ziergräser haben das ganze Jahr über buntes Laub – aber jetzt im Herbst fällt es eben besonders auf, gerade wenn im Staudenbeet die Blütenpracht nachlässt.

Ziergräser im Herbst: leuchtendes Blutgras  (Foto: IMAGO, Shotshop)
Die Spitzen des Blutgrases leuchten rot und orange. Shotshop

Die Vorzüge von Ziergräsern im Staudenbeet

Gräser wirken durch Ihre zarten Strukturen, ihre vielfältigen Formen und die Leichtigkeit der vom Wind bewegten Halme. Aufgrund ihrer Dauerhaftigkeit können sie einem Staudenbeet das ganze Jahr über optisch Struktur geben.

Diese Gräser kommen im Herbst nochmal so richtig zur Geltung

Das Japanische Blutgras (Imperata cylindrica) mit seinen weithin leuchtenden roten Halmen wirkt jetzt im Herbst besonders attraktiv. Es bleibt mit nur 30 bis 40 Zentimeter Höhe sehr kompakt. Besonders beliebt ist die Sorte "Red Baron". Das Blutgras ist nur bedingt winterhart und sollte auch in milderen Lagen mit Reisig oder Laub geschützt werden. Übrigens: Die rote Färbung bildet sich nur in der vollen Sonne richtig aus.

Das Japanische Blutgras mit der Sorte "Red Baron". Es wird nur 30 bis 40 Zentimeter hoch und benötigt für das stechende Rot unbedingt genug Sonne. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bildagentur-online/McPhoto-Müll | Bildagentur-online/McPhoto-Müller)
Das Japanische Blutgras mit der Sorte "Red Baron". Es wird nur 30 bis 40 Zentimeter hoch und benötigt für das stechende Rot unbedingt genug Sonne. Bildagentur-online/McPhoto-Müll | Bildagentur-online/McPhoto-Müller

Die Purpur-Rutenhirse (Panicum virgatum) – und hier die Sorte "Shenandoah" gehört zu den spektakulärsten Ziergräsern überhaupt. Mit einer Höhe von 80 bis 100 Zentimeter, langen grünen Halmen und roten Laubspitzen wird sie zum auffälligen Mitspieler im Beet.

Die Purpur-Rutenhirse der Sorte Shenandoah ist ein echter Hingucker. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Flowerphotos | R4576)
Die Purpur-Rutenhirse der Sorte Shenandoah ist ein echter Hingucker. Flowerphotos | R4576

Das rote Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) mit seinem dunkelroten Laub und den bürstenähnlichen Ähren ist schon sehr dekorativ im Staudenbeet. Da das Gras aus wärmeren Gefilden stammt, ist es allerdings frostempfindlich. Deshalb sollte man das Lampenputzergras am besten in einen Kübel pflanzen, sobald die Temperaturen einstellig werden und im Haus überwintern lassen.

Rotes Lampenputzergras in einem Staudenbeet (Foto: picture-alliance / Reportdienste,  Bildagentur-online/McPhoto-Müll | Bildagentur-online/McPhoto-Müller)
Rotes Lampenputzergras bringt mit seinem dunklen Laub und den Blütenrispen Abwechslung ins Staudenbeet. Bildagentur-online/McPhoto-Müll | Bildagentur-online/McPhoto-Müller

Das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) mit seinen feinen Blütenrispen und dem aufrechten Wuchs braucht schon ordentlich Platz im Garten, damit es sich entfalten kann. Es gibt unterschiedliche Arten, die zwischen 40 Zentimetern und bis zu 3,5 Metern hoch werden können.

Das Chinaschilf kommt besonders vor einem dunklen Hintergrund und zwischen Sträuchern gut zur Geltung. Man kann aber auch Pflanzen dazu kombinieren, die eine ganz andere Blüten- oder Blätterform haben.

Chinaschilf  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bildagentur-online/McPhoto-Müll | Bildagentur-online/McPhoto-Müller)
Wuchtig und schön - Chinaschilf ist nicht zu übersehen. Bildagentur-online/McPhoto-Müll | Bildagentur-online/McPhoto-Müller

Ideal: Gräser im Pflanzgefäß

Kompakte Gräser wie das Japanische Blutgras oder die Fuchsrote Segge eignen sich auch sehr gut für die Pflanzung in Gefäßen. So können Sie den ganzen Herbst über schöne Blickpunkte auf Balkon und Terrasse schaffen. Wer sich ein so bepflanztes Gefäß zulegt, kann sich gemütlich zurücklehnen: Ein solcher Topf oder Blumenkasten hält locker auch Minusgrade aus und kann bis zur Weihnachtszeit dauerhaft Freude bereiten!

Herbst ist nicht die optimale Pflanzzeit für Gräser

Zwar kommen Ziergräser im Herbst besonders gut zur Geltung und sie werden in dieser Jahreszeit auch in den Gärtnereien verkauft, aber die optimale Pflanzzeit ist eigentlich im Frühjahr.

Möchten Sie dennoch Gräser im Herbst in den Garten pflanzen, ist einiges zu beachten, damit sie gut durch den Winter kommen. Die Gefahr liegt nämlich darin, dass die Graspflanzen vor dem Wintereinbruch noch nicht ausreichend im Boden verwurzelt sind. Sie vertrocknen dann, weil ihre Wurzeln nicht tief genug in die Erde gehen.

Wichtig ist deshalb, dass Sie ein großes Loch ausheben und die Erde gut auflockern. Auf keinen Fall das Gras im Herbst beim Einpflanzen düngen. Tauchen Sie den Topfballen vorher einige Minuten in Wasser und reißen Sie die Wurzeln etwas auseinander.

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