Lebensmittel retten und sparen: 3 Tipps

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Sabine Stöhr
SWR4 Redakteurin Sabine Stöhr (Foto: SWR, Torsten Silz)

Bei uns landen pro Sekunde mehr als 300 Kilo Essen in der Tonne. Das hat eine Studie des WWF ermittelt. Wer Lebensmittel rettet, tut etwas fürs Klima und spart auch noch Geld.

Lebensmittel in Regalen eines türkischen Supermarktes. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Picture Alliance

1. Retten im Supermarkt: Produkte mit Makel - dafür günstig

Der Discounter Lidl hat seit August die "Rettertüte" im Angebot. Darin stecken Lebensmittel, die äußerlich nicht mehr perfekt sind oder deren Ablaufdatum kurz bevorsteht. Alles in der Tüte ist trotzdem noch absolut genießbar - für nur wenige Euro.

Keine gepackten Tüten, aber spezielle Regale oder Kisten haben auch andere Supermärkte eingerichtet, wie Edeka oder Rewe. Darin stellen sie ebenfalls Produkte mit Makel oder Alter zu einem niedrigen Preis zusammen.

Bei vielen Bäckereien kann man am Abend Tüten mit Nichtverkauftem günstig erwerben, um Abfallberge zu verhindern.

Viele alte Brötchen und Brotlaibe liegen auf einem großen Haufen vor einer Mauer.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Täglich wandern viele Brote und Brötchen in den Müll oder sie werden zu Tierfutter verwertet. Picture Alliance

2. Originelle Rezepte für Reste aus dem Kühlschrank

Reste verwerten ist mittlerweile leicht und schmackhaft geworden. Dabei helfen spezielle Internetseiten und Apps, die Sie aufs Handy herunterladen können. So haben Sie schnell die passenden Rezepte für Ihre Reste parat.

Kostenfrei geht das mit der Website und dazugehöriger App vom Bundesministerium für Ernährung mit dem Namen "Zu gut für die Tonne". Oder Sie probieren es mit "Eatsmarter" als Website oder ebenfalls kostenfreier App.

Die Rezeptsuche beim Ministerium braucht (zumindest auf der Website) einige Klicks bis zum Ziel. Und so geht's:
Geben Sie den Namen "Zu gut für die Tonne" in die Zeile Ihres Browsers ein und klicken Sie dann auf die angebotene Startseite. Auf dieser Seite finden Sie ganz unten im schwarzen Bereich das Wort "Reste-Rezepte": Hier klicken und die Seite der "Rezeptdatenbank" in einem grünen Kasten geht auf.

Wenn Sie hier als Zutat zum Beispiel "Champignons" eingeben, kommt unter anderen das Rezept für eine herzhafte "Falsche Prinzregententorte" raus. Das ist originell und mal was anderes.
Zusätzlich gibt es auf der Seite Anregungen zum Einkauf, so dass man das nächste Mal möglichst nichts mehr übrig hat.

Auch Supermärkte und Discounter bieten solche Rezeptsuchen und Tipps auf ihren Websites an. Dazu am besten den Namen der Supermarktkette plus Stichworte wie "Lebensmittel retten" oder "food waste" (Verschwendung) im Browser eingeben.

3. Mit dieser App können Sie retten und schlemmen

Die Handy-App "too good to go" bedeutet so viel wie "zu gut zum Umkommen". Sie will vernetzen:

Das Logo von "TooGood ToGo" an einer Bäckertheke über Broten (Foto: IMAGO, IMAGO)
IMAGO

Auf der einen Seite Restaurants, Cafés oder Supermärkte, die im Laufe des Tages feststellen "oh, da bleibt heute wohl einiges übrig". Auf der anderen Seite Kund*innen, die auf der App erkennen können, was an Lebensmitteln oder Überraschungsgerichten aus Resten im Angebot ist. Alles zu einem niedrigeren Preis.

Auch diese App ist kostenfrei, Kund*innen müssen sich nur registrieren. Hinter der Idee steht eine Initiative mit Menschen, denen Lebensmittel zu retten am Herzen liegt.

Wer darüber hinaus noch in Gemeinschaft essen möchte: In Mainz will demnächst das "Café Rettich" öffnen. Hier sollen abgelaufene Lebensmittel angeboten werden, die die Tafel nicht annimmt.

Ein Café mit der Aufschrift "Foodsharing Café" von außen mit bunten Lichtern (Foto: IMAGO, IMAGO)
Das Foodsharing-Café "Raupe Immersatt" in Stuttgart. IMAGO

Verkauft wird ohne feste Preise. Die Idee ist stattdessen: Alle geben das, was ihnen das Essen in familiärer Atmosphäre Wert ist. In anderen Bundesländern gibt es solche Cafés teilweise schon.

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