Hühner unter einem Baum (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

7 Tipps für Hühner im eigenen Garten

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Eigene Hühner zu halten ist ein echter Trend geworden. Seit Corona ist die Nachfrage noch größer. Aber ist Hühnerhaltung wirklich so unkompliziert?

1. Welche Hühnerrasse eignet sich?

Man muss sich überlegen, was man von den Hühnern haben will. Eier – dann nimmt man Legehennen. Hühnerfleisch – dann machen Fleischhühner Sinn. Will man beides, dann empfehlen sich sogenannte Zweinutzungshühner. Die legen regelmäßig Eier und schmecken später auch als Braten auf dem Teller. Für Anfänger sind robuste Rassen gut geeignet, wie z.B. Sussex oder Vorwerk.

2. Muss es auch ein Hahn sein?

Nein! Hühner legen auch Eier ohne Hahn. Nur sind die dann eben nicht befruchtet und können auch nicht zu Küken werden. Ein Hahn bewacht und beschützt seine Hennen und bringt Ruhe und Ordnung in den Hühnerhaufen. Aber ein Hahn kräht auch gerne laut und ist deshalb oft ein Problem für die Nachbarn.

Ein Hahn kräht (Foto: imago images,  imagebroker/theissen)
imagebroker/theissen

3. Hühner brauchen Auslauf und einen Stall

Hühner lieben viel Auslauf zum Picken und Scharren, am besten 10 Quadratmeter pro Huhn. Das Freigehege sollte Verstecke haben wie Bäume und Büsche, wo die Hühner tagsüber Schutz vor Raubvögeln finden. Eine engmaschige Einzäunung, eventuell auch elektrisch, hält Füchse und Marder fern.
Achtung: Wenn Sie Ihre Blumen und Stauden lieben, dann lassen Sie Ihre Hühner dort nicht laufen!

Ein Marder stiehlt aus einem Hühnerstall ein Ei (Foto: imago images, blickwinkel)
Marder lieben Hühnereier blickwinkel

4. Der Hühnerstall

Nachts brauchen die Hühner unbedingt Schutz in einem geschlossenen Hühnerstall mit Stangen. Viele Gartenhäuschen eignen sich ohne große Umbaumaßnahmen als Hühnerstall. Pro Quadratmeter kann man je nach Rasse bis zu fünf Hühner unterbringen. Für den Stallboden eignen sich Sand, Sägespähne, trockenes Laub oder Stroh (wobei im Stroh gerne mal Milben sind). Man muss den Hühnerstall regelmäßig reinigen!

Ein Mann füttert Hühner in einem Hühnerstall (Foto: imago images, Fotograf: Frank Sorge)
Fotograf: Frank Sorge

5. Hühner fressen (fast) alles

Ein großer Vorteil bei eigenen Hühnern ist, dass sie fast alle Küchenabfälle fressen und dann nur noch wenig zusätzliches Futter brauchen (z.B. Körner). Auch auf einem Komposthaufen werden Hühner fündig. Federvieh braucht aber immer frisches und sauberes Wasser und zwar aus einem Gefäß, das weder umkippen noch verschmutzen kann.

Bunte Küchenabfälle (Obst, Gemüse, Essensreste) (Foto: imago images, CHROMORANGE)
Küchenabfälle CHROMORANGE

6. Was tun mit männlichen Küken?

Und wenn man einen Hahn hat und irgendwann auch kleine Hühnchen, muss man überlegen, wie es mit dem Nachwuchs weitergehen soll, insbesondere mit dem männlichen. Da braucht man vielleicht ab und zu jemanden, der einem einen Hahn schlachtet…

Küken (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Was macht man mit den Küken? Foto: Colourbox.de -

7. Hühnerbestand anmelden

Wer Hühner hält, muss sie beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse anmelden. Auch Impfungen sind Pflicht. Ganz ohne Bürokratie geht die Hühnerei also nicht.

Fazit für Hühnerfans

Hühner selbst zu halten ist machbar, wenn man den entsprechenden Platz hat. Aber Hühner machen auch Arbeit: Eier einsammeln, Tränken und Tröge reinigen, einmal im Monat den Stall reinigen und desinfizieren. Wenn man weg fährt, braucht man eine „Urlaubsvertretung“, die sich ums Federvieh kümmert.

Ein Junge steht mit einem Huhn auf dem Arm vor einem gelben Hühnerstall aus Holz (Foto: imago images, Westend61)
Es gibt viele Hühnerfans Westend61

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