Insekten: Nahaufnahme einer Hornisse. Hornissen gehören zu den Wespen und stehen unter Artenschutz. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Hornisse - wie gefährlich ist sie für uns wirklich?

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Mario Laufmann

Die Hornisse flößt uns Respekt ein! Sie ist schwarz-gelb wie eine Wespe, aber größer - und wenn sie sticht, tut das oft mehr weh. Ist das Insekt deswegen wirklich gefährlich für uns Menschen und wie können wir Hornissen vertreiben?

Wann stechen Hornissen?

Im Grunde sind Hornissen überhaupt nicht aggressiv und sehr scheu. Statt anzugreifen weichen die Insekten einem Konflikt eher aus und fliegen weg. Es könnte höchstens passieren, dass sie ihr Nest verteidigen, wenn wir ihm zu nahe kommen. Dabei könnten sie auch stechen. In Nestnähe sollten wir vermeiden, die Flugbahn der Hornissen zu behindern.

Bis wann sind Hornissen aktiv?

Hornissen sind tag- und nachtaktiv. Sie fliegen sogar bei völliger Dunkelheit. Den Höhepunkt hat ihre Zeit zwischen Mitte August und Mitte September. Dann sind am meisten Tiere im Nest. Bis etwa Mitte Oktober bleiben sie aktiv. Kurze Zeit später sterben die Hornissen, nur die Jungkönigin überwintert. Sie gründet dann im Frühjahr ein neues Hornissenvolk.

Insekten: Hornissen beim Anflug auf das Nest. Hornissen zählen zu den Wespen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Zoonar | JUERGENLANDSHOEFT)
Zoonar | JUERGENLANDSHOEFT

Was fressen Hornissen?

Die erwachsene Hornisse ernährt sich bevorzugt von Pflanzensäften oder Fallobst. Um ihren Larven Futter zu liefern, macht sie aber auch Jagd auf andere Insekten. Dazu gehören u.a. Bienen, Käfer, Fliegen - und gerne auch Wespen. Wer also ein Hornissennest am Haus hat, wird wahrscheinlich nicht so sehr von Wespen belästigt. Übrigens: Für unseren Kuchen oder andere Süßspeisen interessieren sich Hornissen nicht.

Womit kann man Hornissen vertreiben?

Da sie auch nachts fliegen und von Licht angelockt werden, verirren sich Hornissen manchmal in unsere Wohnräume. Wie können wir uns schützen?

  • Hat sich eine Hornisse bei Ihnen verirrt, schalten Sie das Licht aus und warten Sie bei weit geöffnetem Fenster, bis das Insekt wieder nach draußen findet.
  • Damit die Hornissen nicht durchs Fenster fliegen, sollten wir diese mit einem Insektengitter schützen.
  • Drinnen oder draußen können Sie die Tiere mit Zitronenscheiben oder Nelkenöl vertreiben. Sie mögen den Duft nicht.
  • Wenn Sie die Duftquellen in der Nähe von Fenstern oder Türen platzieren, schrecken Sie die Hornissen gleich dort ab.

Haben sich Hornissen bei Ihnen am Haus niedergelassen? Dann dürfen Sie das Nest nicht einfach selbst entfernen, denn die Insekten stehen unter Artenschutz. Auch wenn sie das Nest manchmal an ungewöhnlichen Orten bauen, wie z.B. zwischen Fenster und Holzklappladen.

Informieren Sie in jedem Fall die zuständige Naturschutzbehörde. Sie wird prüfen, ob man das Hornissennest umsiedeln kann. Das leere alte Nest aus dem Vorjahr kann entfernt werden. Die Insekten bauen ihr Nest jedes Jahr neu.

Warum stehen Hornissen unter Naturschutz?

Hornissen zählen zu den Wespen und sind vom Aussterben bedroht. Bei uns in Deutschland sind sie als besonders geschützte Art eingestuft und stehen unter strengem Naturschutz und Artenschutz. Es ist verboten, Hornissen zu verletzen, zu fangen oder zu töten. Auch die Beschädigung oder Entfernung von Nestern kann bestraft werden. In den meisten Bundesländern, wie z.B. Baden-Württemberg, kann ein Verstoß bis zu 50.000 Euro kosten.

Hornissenstich - was tun?

Wenn Hornissen stechen, wird der Stich oft als schmerzhafter als der einer Wespe empfunden. Das liegt an dem größeren und längeren Stachel und dem höheren Anteil von Acetylcholin. Das ist ein Botenstoff, der die Reize zwischen Nerven weiterleitet. Der Stich der Hornisse ist aber nicht giftiger als der einer Biene oder einer Wespe. Folgendes sollten Sie tun:

  • Die Einstichstelle nicht kratzen, weil sonst Keime eindringen könnten.
  • Am besten gleich desinfizieren und dann mit einem Kühlpad kühlen.
  • Wie bei einem Wespenstich hilft eventuell eine aufgeschnittene rohe Zwiebel.
  • Bei allergischen Reaktionen wie z.B. starken Schwellungen, Übelkeit oder Atemnot sofort den Rettungsdienst rufen.

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