Goldtüpfelfarn  Phlebodium aureum (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/A. Jagel / A. Jagel)

Der Goldtüpfelfarn - unkomplizierte Tropenpflanze für drinnen

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Zimmerpflanzen sind Stimmungsaufheller und verbessern das Raumklima. SWR4-Gartenexperte Volker Kugel stellt den pflegeleichten Goldtüpfelfarn vor.

Diese Pflanze bringt tropische Atmosphäre in den Raum und hat dazu noch wenig Ansprüche an Sie. Man kann auch sagen: Der Goldtüpfelfarn ist einer der langlebigsten und unkompliziertesten Zimmerfarne überhaupt. Im Gegensatz zu anderen Farnen verträgt er sogar trockene Zimmerluft gut.

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Woran erkennt man Goldtüpfelfarn?

  • Am markantesten sind die kleinen goldenen Kapseln auf der Unterseite der Blätter. Sie enthalten Sporen, also winzige Partikel, über die sich die Farne vermehren. Die kleinen Sporenbehälter des Goldtüpfelfarn sind goldgelb und verleihen ihm seinen schönen Namen.
  • Die Blätter aller Sorten des Goldtüpfelfarns (Phlebodium Aureum) sind unterschiedlich stark gefiedert. Sie können bis zu 100 Zentimeter lang und 30 Zentimeter breit werden und dabei weit überhängen. Der Goldtüpfelfarn braucht deshalb viel Platz.
  • Die Blattstiele entspringen aus einem faustgroßen oberirdischen Wurzelstock, dem Rhizom. Diese flauschigen Knöllchen sind gelblich-braun und sehen stark behaart aus.

Wie pflegt man Goldtüpfelfarn?

  • Insgesamt liebt er einen hellen Standort. In die grelle Mittagssonne stellen Sie ihn aber besser nicht. Bei zu viel Sonne werden die Blattränder braun. Am liebsten mag der Goldtüpfelfarn leichten Schatten.
  • Als Tropenpflanze braucht der Goldtüpfelfarn regelmäßiges Gießen. Die Erde darf nie austrocknen, das Wasser darf aber auch nicht im Topf stehen.
  • Von März bis November braucht der Farn alle zwei Wochen eine Düngung über das Gießwasser mit handelsüblichem Blumendünger. Im Winter muss nicht gedüngt werden.
  • Der Goldtüpfelfarn ist dankbar für vorsichtiges Umtopfen in gute Blumenerde alle zwei Jahre, am besten im Frühjahr. Das Rhizom (also die haarigen Wurzelstöcke) dürfen auf keinen Fall mit Erde bedeckt werden.
Das oberirdische Wurzelstock des Goldtüpfelfarns ist eine flauschige Knolle. (Foto: Volker Kugel)
Das oberirdische Rhizom des Goldtüpfelfarns ist eine "haarige" Angelegenheit. Volker Kugel

Welche Sorten Goldtüpfelfarn gibt es?

  • Am bekanntesten ist die Sorte "Blue Star“ – sie wächst sehr kompakt und ihr werden besonders luftreinigende Eigenschaften zugeschrieben.
  • Die Sorte "Glaucum crispum“ hat große Blätter, die am Rand stark gekraust sind.
  • "Mandaicum“ hat tief eingekerbte Blätter mit gewellten Zipfeln.
  • Vorsicht: alle Goldtüpfelfarne sind giftig.
Die Goldtüpfelfarn Sorte Mandaicum hat unverwechselbar gewellte Blätter. (Foto: Volker Kugel)
Die Sorte Mandaicum mit ihren unverwechselbaren gewellten Blättern. Volker Kugel

Wie vermehrt man Goldtüpfelfarn selbst?

Farne selbst über Sporen zu vermehren ist nicht ganz einfach. Wer mutig und geduldig ist, kann es trotzdem ausprobieren.

  • Schneiden Sie ein Blatt ab, auf dessen Unterseite sich viele goldene Punkte befinden.
  • Legen Sie das Blatt für etwa zwei Wochen in einem verschlossenen Briefumschlag auf die Heizung, damit die Sporen trocknen und in den Umschlag fallen.
  • Die feinen Sporen streuen Sie dann in frische Aussaaterde in einem Mini-Gewächshaus. Dazu eignet sich eine transparente Plastikdose mit Deckel oder etwas Vergleichbares.
  • Feuchten Sie die Erde gut an und legen Sie den Deckel aufs Gefäß. Stellen Sie es an einen hellen und warmen Ort. Durch regelmäßiges leichtes Besprühen mit Wasser halten Sie Ihr kleines "Farngewächshaus“ feucht.
  • Nach drei bis vier Wochen erscheinen (mit etwas Glück) kleine grüne Vorkeime.
  • Ein voll entwickelter Farn benötigt bis zu vier Monate Zeit zum Wachsen.

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