Reife und unreife Tomaten an einer Pflanze. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst | Catherine Waibel)

Tomatenpflege bei Nässe - das sollten Sie beachten

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Nässe und Feuchtigkeit machen speziell Tomaten zu schaffen. Ein Problem: die Braunfäule. Was Sie tun können, weiß SWR4 Gartenexperte Volker Kugel.

Rote und grüne Tomaten hängen an einer Tomatenpflanze in einem Garten. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Andreas Franke | Andreas Franke)
Rote und grüne Tomaten hängen an einer Tomatenpflanze in einem Garten. picture alliance / Andreas Franke | Andreas Franke

Bei zu viel Regen droht der Tomate die Braunfäule

Wir müssen zwar nur ganz wenig gießen, aber das Nass von oben fördert Pilzkrankheiten bei vielen Pflanzen - zum Beispiel beim Wein, bei Stauden wie dem Rittersporn und eben auch bei den Tomaten. Sie sind besonders bedroht durch Pilzkrankheiten, denn die sogenannte Braunfäule liebt genau dieses feuchte, wechselhafte Wetter, wie viele Gartenfreunde merken, die selbst Tomaten anbauen. Die Fäule zeigt sich etwa in Form von bräunlichen Flecken auf den Blättern.

Hier zeigen sich erste Anzeichen von Braunfäule. (Foto: SWR, Marc Sansone)
Hier zeigen sich erste Anzeichen von Braunfäule. Marc Sansone

Wie entsteht Braunfäule an den Tomaten?

Der Schadpilz dringt mit seinen Sporen in das Blatt ein. Das gelingt ihm am besten über ein nasses Blatt. Das heißt: Je häufiger das Blatt durch den Regen oder vom Gießen nass wird, desto größer ist das Risiko eines Pilzbefalls.

Die Infektion beginnt immer unten an der Pflanze, wenn bei Regen die Pilzsporen vom Boden auf die Blätter spritzen. Die Blätter bekommen erst einzelne gelbe Flecken, die später braun werden. Mit jedem Regen breitet sich das Problem nach oben aus, bis am Ende die ganze Pflanze mitsamt den Früchten abstirbt.

Hier zeigen sich erste Anzeichen von Braunfäule an den Früchten. (Foto: SWR, Marc Sansone)
Braune Flecken: Hier zeigen sich erste Anzeichen von Braunfäule an den Früchten. Marc Sansone

Die gute Nachricht: Durch entsprechende Pflege können diese Probleme ganz ohne Einsatz vom Chemie in Schach gehalten werden.

Eine junge Tomatenpflanze in einem Blumentopf. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke)
Auf die richtige Pflege kommt es an. picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke

Nicht von oben gießen - so bleiben Ihre Tomaten gesund

  • Niemals von oben auf die Blätter gießen!
  • Wer möchte, kann seinem Tomatenbestand ein kleines Dach bauen
  • Die sogenannten Schutzhäuschen sehe ich skeptisch. Häufig sind diese Häuschen nicht unbedingt ansehnlich und billig hingezimmert. Vor allem aber ist der Nutzen nur begrenzt, weil oft die Luft darunter sehr heiß wird. Das bringt die Pflanzen in großen Stress.
Halbieren Sie die Blätter. (Foto: SWR, Marc Sansone)
Halbieren Sie die Blätter. Marc Sansone

Blätter kürzen hilft


  • Sobald an den untersten Blättern erste kleine gelbe Flecken zu sehen sind, müssen Sie diese Blätter wegschneiden und im Restmüll entsorgen.
  • Wichtig ist das Einkürzen der Blätter. Halbieren Sie einfach die Blätter, damit die Luft besser zirkulieren kann.
Eine Tomatenpflanze wird gegossen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / imageBROKER | O. Diez)
Achten Sie darauf, dass die Pflanze regelmäßig gegossen wird. picture alliance / imageBROKER | O. Diez

Geplatzte Schalen - ungleichmäßig gegossen

Sind Faulstellen an den Tomatenenden und aufgeplatzte Schalen Angriffe von Schadpilzen? Nein, da müssen wir ganz klar unterscheiden. Wenn die Schalen der Tomatenfrüchte platzen, dann ist das ein klares Zeichen für ungleichmäßige Wasserversorgung. Man sollte immer darauf achten, die Tomatenpflanzen regelmäßig zu gießen.

Tomatenendfäule wächst sich meist aus

Das andere Problem wird Tomatenendfäule genannt. Zu sehen sind dann dunkle Punkte am Fruchtansatz der Tomate. Es ist auch kein Pilz, sondern meist ein Nährstoffproblem, das wir als Hobbygärtner nur schwer verhindern können. Eine gleichmäßige Düngerversorgung ist bei Tomaten sehr wichtig, aber manchmal wächst die Pflanze so schnell, dass sie es nicht schafft, alle Nährstoffe an Ort und Stelle zu bringen. Das kann dann zu dieser Endfäule führen. Hier ist Geduld gefragt. In der Regel wächst sich das aus und die nachfolgenden Blütenstände sind nicht mehr betroffen.

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SWR4 Gartenexperte Volker Kugel ist im Hauptberuf Direktor des Blühenden Barocks in Ludwigsburg und damit Chef einer der schönsten Gärten Deutschlands.  mehr...