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SWR4 Gartenexperte Volker Kugel (Foto: SWR, SWR - Foto: Thilo Schmautz)

Apfel, Birne und Kirsche kennt jeder. Die Indianerbanane (Pawpaw) ist hingegen etwas Besonderes. Wie schmeckt sie? Und was muss man beim Pflanzen beachten? Unser Gartenexperte gibt Tipps.

Indianerbanane (Foto: Imago, Imago)
Sieht nicht aus wie Bananen, schmeckt aber so. Indianerbananen (hier die Sorte "Prima") sind bei uns eine echte Rarität. Denn die Früchte gibt es praktisch nicht im Handel. Imago Imago

Die Früchte der Indianerbanane schmecken so ähnlich wie die von reifen Bananen. Den Namen Indianerbanane hat sie aber nicht nur aufgrund ihres Geschmacks. Auch die Herkunft spielt eine Rolle. Denn die Pflanze kommt aus Nordamerika insbesondere aus Gebieten, in denen die Ureinwohner ihre Stammesgebiete hatten. Weitere Namen für dieses seltene Obst sind auch Pawpaw und Papau.

Frosthart bis zu minus 25 Grad

Der Baum wird etwa fünf Meter hoch und drei Meter breit. Er wächst langsam und ist sehr frosthart. Bis zu minus 25 Grad hält die Pflanze aus. Sie ist also für unser Klima sehr gut geeignet. 

"Das Fruchtfleisch duftet nach Banane, mit Noten von Mango, Melone und Vanille."

Volker Kugel, SWR4 Gartenexperte

Die Früchte sind grünlich und oval. Sie werden bis zu 15 Zentimeter groß und bis zu 250 Gramm schwer. Gegessen werden sie gleich nach der Ernte: Man löffelt das cremige, weiche Fruchtfleisch direkt aus der Schale, nachdem man die großen Samenkerne entfernt hat.

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Frisch vom Baum, aber nicht im Handel

Da die Früchte sehr druckempfindlich sind, sieht man die Indianerbanane nicht im Handel. Auch gekühlt sind die reifen Früchte nur etwa zehn Tage haltbar. Für Hobbygärtner wird das aber nicht zum Problem, denn die Früchte reifen am Baum nicht gleichzeitig.

Sonniger Standort, nicht zu trocken

Am Anfang ist etwas Geduld gefragt. Denn es können bis zu drei Jahre vergehen, bis man die ersten Früchte ernten kann.

Indianerbanane (Foto: Imago, Imago)
Nicht nur die Früchte sehen besonders aus. Die Blüten sind glockenförmig und haben eine braun-rote Färbung. Imago Imago

Der Indianerbanane reicht ein sonniger, nicht zu trockener Standort und ein normaler Gartenboden, der mit Humus oder Kompost verbessert wird. Außerdem sollte man jedes Frühjahr etwa 100 Gramm Dünger pro Pflanze dazugeben.

Erst einmal nicht zurückschneiden

Die ersten drei bis vier Jahre sollte die Pflanze am besten frei wachsen dürfen, denn nur so klappt es mit dem Fruchtansatz. Erst später können Sie leicht eingreifen, wenn Sie das Höhen- und Breitenwachstum begrenzen wollen. So ist die Indianerbanane auch für kleine Gärten und sogar für Pflanzkübel geeignet.

Die Pflanzen kann man im guten Gartencenter und in Baumschulen bestellen. Ein Tipp dazu: Kaufen Sie nicht zu kleine Pflanzen – je größer die Pflanze, desto früher trägt sie!

Indianerbanane (Foto: Imago, Imago)
Auch im Herbst ein Hingucker: Dann leuchten die Blätter der Indianerbanane (hier die Sorte "Sunflower") in Gelbtönen. Imago Imago

Empfehlenswert sind selbstfruchtbare Sorten

Besonders geeignet sind die Sorten 'Prima' und 'Sunflower'. Diese sind selbstfruchtbar und brauchen jeweils keine zweite Pflanze zum Befruchten der Blüte.

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SWR4 Gartenexperte Volker Kugel ist im Hauptberuf Direktor des Blühenden Barocks in Ludwigsburg und damit Chef einer der schönsten Gärten Deutschlands.  mehr...