Ein Mann erntet Heidelbeeren: Die Pflanzen gedeihen auch im eigenen Garten bei der richtigen Pflege. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Heidelbeeren erfolgreich pflanzen und pflegen

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Volker Kugel
SWR4 Gartenexperte Volker Kugel (Foto: SWR, SWR - Foto: Thilo Schmautz)

Heidelbeeren pflanzen, daran scheitern einige Hobbygärtner. Damit's gelingt, nimmt SWR4 Gartenexperte Volker Kugel vier Dinge in den Blick: Boden, Standort, Dünger und Schnitt.

Heidelbeeren brauchen Pflege

Gelbe Blätter, weniger Früchte, kahle Triebe: In manchen Gärten sehen die jüngst gesetzten Kulturheidelbeeren gar nicht mehr gut aus. Die Pflanzen wirken nicht vital, sie "vergreisen", also altern vorschnell. Ein Grund dafür ist sicherlich fehlende Beratung: Manche Gartenmärkte verkaufen die Pflanzen, ohne dass sie auf die besonderen Ansprüche von Kulturheidelbeeren hinweisen. Auf folgende Dinge kommt es also an, wenn Sie Heidelbeeren anbauen wollen.

Ein Heidelbeerstrauch mit vielen Blaubeeren: Damit die Pflanze viele Jahre prächtig wächst, braucht es die richtige Pflege. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Soeren Stache)
Ein Heidelbeerstrauch, üppig bewachsen mit blauen Beeren: Damit die Pflanze viele Jahre prächtig wächst, braucht es die richtige Pflege. picture alliance/dpa | Soeren Stache

Heidelbeeren lieben sauren Boden - auch im Topf

Kulturheidelbeeren können im Frühjahr und im Herbst gepflanzt werden. Sie bevorzugen einen sonnigen, möglichst windgeschützten Standort. Die Pflanzen gedeihen auch in einem großen Pflanzgefäß. Entscheidend ist die richtige Pflanzerde: Sie muss sauer sein wie bei Rhododendren mit einem ph-Wert von 3,5 bis 4,5. Zudem sollte sie humusreich und durchlässig sein.

Vor dem Pflanzen ein großes Loch ausheben

Es reicht beim Setzen nicht aus, nur ein bisschen Kompost in ein kleines Loch zu geben. Für eine einzelne Heidelbeere sollte das Pflanzloch stolze 40 bis 50 Zentimeter tief und 50 mal 50 Zentimeter groß sein - und gut gefüllt mit Rhododendron-Erde.

Blaubeeren sind faszinierende Früchte: Aus der Nähe betrachtet ist jede einzelne Frucht ein Hingucker.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Zoonar | Nerijus Liobe)
Faszinierende Früchte: Aus der Nähe betrachtet ist jede einzelne Blaubeere ein Hingucker. picture alliance / Zoonar | Nerijus Liobe

Feuchte Erde und gute Düngung

Außerdem ist für Kulturheidelbeeren gleichmäßige Feuchtigkeit wichtig: Hier hilft eine Schicht mit Rindenmulch und Laub. Außerdem muss auch die Düngung sauer sein. Nutzen Sie deshalb speziellen Rhododendron-Dünger - etwa 60 Gramm pro Pflanze im zeitigen Frühjahr.

Empfehlenswerte Sorten zum Pflanzen

Es gibt Hunderte Sorten von Kulturheidelbeeren. SWR4 Gartenexperte Voker Kugel bevorzugt drei Klassiker, die sich seit Jahren bewährt haben - und eine besondere Sorte:

  • "Duke" ist eine früh reifende Sorte, die selbstfruchtend ist: Sie lassen sich mit den Pollen der gleichen Blüte befruchten. Es braucht also nur eine Pflanze. Ab Ende Juni kann geerntet werden.
  • "Reka" wird mit zwei Metern ziemlich hoch. Sie hat gleich zwei Vorteile: Sie erträgt ebenso viel Hitze wie auch Trockenheit - sie ist also schlichtweg ein robustes Gewächs!
  • "Bluecrop", die nach wie vor auch in Baumschulen leicht erhältliche Standardsorte, ist ebenfalls robust. Sie bietet zudem eine tolle Herbstfärbung des Laubes.
  • "Hortblue Petite" ist was Besonderes: Nach der ersten Ernte, die bis Ende Juli dauert, kommt nach einer kurzen Erholungsphase die zweite Ernte ab Mitte September. So können Sie zwei Mal im Jahr die leckeren Heidelbeeren ernten und naschen.

Heidelbeeren schon im Frühsommer ernten: Die Sorte "Duke" befruchtet sich auch selbst. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst | Klaus-Dietmar Gabbert)
Die Sorte "Duke" lässt sich nicht nur früh ernten: Die Heidelbeersorte befruchtet sich auch selbst. picture alliance / dpa Themendienst | Klaus-Dietmar Gabbert

 

Heidelbeer-Pflanzen richtig schneiden und verjüngen

Auch der Schnitt beeinflusst das Gedeihen der Pflanzen entscheidend: Sie müssen nach zwei Jahren den Strauch regelmäßig zurückschneiden, um immer junge Triebe vom Vorjahr zu haben. Denn dort tragen die Kulturheidelbeeren den Hauptteil ihrer Früchte.

Nach drei bis vier Jahren sollten Sie beginnen, die ältesten Triebe bodentief abzuschneiden, um die Pflanzen zu verjüngen. So verhindern Sie das schon erwähnte "Vergreisen" der Pflanze.

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