Gartentipp: PortulakSommerportulak im Beet. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/F. Hecker)

Wildgemüse: Portulak anbauen und ernten

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Volker Kugel
SWR4 Gartenexperte Volker Kugel (Foto: SWR, SWR - Foto: Thilo Schmautz)
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Rebecca Fehlen

Der geerntete Sommerportulak macht sich gut in Salaten. Die Aussaat der Samen ist noch im August möglich. Allerdings breitet sich die Pflanze stark aus und kann auch lästig werden.

Der Sommerportulak (Portulaca oleracea) auch unter den Namen Burzelkraut oder Gemüse-Portulak bekannt, ist eine Pflanze mit zwei Gesichtern. Auf der einen Seite ist sie schön und vor allem schmackhaft. Auf der anderen Seite breitet sie sich sehr stark aus und so kann aus dem Wildgemüse dann auch lästiges Unkraut werden. SWR4 Gartenexperte Volker Kugel hat Tipps, wie Sie die guten Seiten dieser Pflanze nutzen können und gleichzeitig den Ausbreitungsdrang bremsen.

So sieht Sommerportulak aus

Der Sommerportulak wächst kriechend ganz nah am Boden, er hat rötliche, fleischige Triebe und etwa einen Zentimeter große grüne Blättchen, die oval und dickfleischig sind. Er kann also sehr lange ohne Wasser auskommen, wie zum Beispiel ein Kaktus.

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Wie gesund ist Sommerportulak?

Das Kraut und die Stängel sind essbar. Sie können gekocht als Gemüse verzehrt werden oder eignen sich ganz frisch auch als Salatzugabe. Der Geschmack ist angenehm mild, nussig und leicht säuerlich.

Der Sommerportulak ist reich an den Vitaminen C, A und E und an Spurenelementen. Die Liste der Heilwirkungen, die auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt sind, ist lang. Hier sollen zwei Stichworte genügen: Bei Erkältungskrankheiten und Magen-Darm-Beschwerden ist die Wirkung nachweisbar.

Aussaat und Ernte von Sommerportulak

Der Sommerportulak kann noch im August gesät werden und wächst so schnell, dass wir schon nach sechs Wochen die Blätter und Triebe portionsweise ernten können. Die Pflanze ist ein Lichtkeimer, das heißt, dass die Samen nur ganz leicht mit Sand bedeckt werden dürfen.

Die Pflanze liebt Wärme, am besten volle Sonne wie auch andere Sommerblumen und wächst ebenso in ganz mageren Böden. Nur Staunässe verträgt der Sommerportulak gar nicht. Durch das regelmäßige Ernten der Blätter und Triebe verhindern Sie, dass die Pflanzen blühen und sich außerhalb der Gefäße wild im Garten ausbreiten. Und so können Sie die guten und die etwas raumgreifenden Seiten des Portulaks miteinander versöhnen.

Gartentipp: PortulakSommerportulak im Beet. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / WILDLIFE | D.Harms/WILDLIFE)
picture alliance / WILDLIFE | D.Harms/WILDLIFE

Vorsicht vor ungewollter Ausbreitung des Portulaks

Weil der Sommerportulak sehr robust ist, keine Krankheiten bekommt und auch nicht von Schädlingen befallen wird, breitet er sich in den Gartenbeeten und sogar in den Töpfen von Kübelpflanzen immer weiter aus. Er macht das übrigens extrem geschickt, indem er Andere für sich arbeiten lässt: Die bis zu 50.000 (!) minikleinen Samen pro Pflanze werden von Ameisen munter im ganzen Garten verbreitet!

Wer zu viel Sommerportulak hat und ihn wieder loswerden will, braucht viel Disziplin - und sollte immer einen Unkrautstecher zur Hand haben. Die Pflanzen müssen unbedingt ausgestochen werden, bevor die gelben Blüten erscheinen. Die kommen dann in den Restmüll. Bitte auf keinen Fall auf den eigenen Kompost werfen, denn die Samen können lange überleben!

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