Zwei Flammen eines Gasherds brennen in der Dunkelheit. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

6 einfache Tipps, wie Sie im Haushalt Gas sparen können

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Stefan Klotz
Stefan Klotz (Foto: SWR, SWR - Foto: Alexander Hofmann)

Erdgas könnte knapp werden. Und so hoch wie 2022 waren die Gaspreise noch nie. Mit unseren Tipps können Sie im Alltag einfach Gas sparen - beim Duschen, Kochen und beim Heizen.

Beim Thema Gas sparen denken die meisten Verbraucher an die Heizkosten für die Wohnräume. Die spielt jetzt im Sommer keine große Rolle. Aber Sie können trotzdem etwas tun, um auch im Sommer Erdgas sparen. In vielen Haushalten wird zum Beispiel das Warmwasser mit Gas erhitzt. Also heißt Warmwasser sparen, eben auch den Gasverbrauch zu senken und damit Geld zu sparen.

1. Duschen statt baden

Eine alte Weisheit: Duschen ist sparsamer als Baden. Wenn Sie duschen, dann verbrauchen Sie etwa nur halb so viel Wasser, wie wenn Sie ein Bad nehmen. Und damit sparen Sie natürlich nicht nur Wasser, sondern auch Gas, wenn in Ihrem Zuhause das Warmwasser aus einer Gastherme kommt. Mit dem Duschrechner der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen können Sie sehen, wie viel Sie einmal Duschen in etwa kostet und wie viel Sie sparen, wenn Sie kürzer oder kälter duschen.

2. Sparsameren Duschkopf verwenden

Duschkopf (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Ein sparsamerer Duschkopf verringert die Kosten für Wasser und Energie. Picture Alliance

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, Sparduschköpfe zu verwenden. Der Preis dafür liegt den Verbraucherschützern zufolge bei rund 20 Euro, sorgt aber dafür, dass Sie beim Duschen bis zur Hälfte des Wassers einsparen. Worauf Sie bei so einem sparsameren Duschkopf achten müssen, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hier.

3. Nicht unnötig warmes Wasser laufen lassen

Oft merken wir es gar nicht, aber oft lassen wir beim Händewaschen, Zähneputzen oder Rasieren das Wasser laufen. Da einfach öfter den Hahn zudrehen. Das kostet uns Verbraucher eigentlich wenig Mühe. Zähneputzen und Rasieren geht zudem auch mit kaltem Wasser. Und in der Küche können Sie auch sparen. Zum Beispiel können Sie das dreckige Geschirr direkt in die Spülmaschine tun - ohne es vorher nochmal mit warmem Wasser zu säubern. Das schaffen die Spülmaschinen von heute auch so.

4. Strom sparen heißt auch Gas sparen - zum Beispiel beim Kochen und Backen

Gas sparen: ein offener Backofen und eine Hand dreht am Temperaturregler (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Monika Skolimowska)
Mit Umluft statt mit Ober-/Unterhitze spart man mit dem Backofen oft das Vorheizen und damit Energie. Monika Skolimowska

Und in der Küche lässt sich noch mehr Gas sparen. Und nicht nur in Haushalten, die mit Gas kochen. Erdgas wird auch verbrannt, um daraus Strom zu machen. Laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gehen dafür derzeit 15 Prozent des Erdgases in Deutschland drauf. Strom sparen heißt also auch Gas sparen. Das geht zum Beispiel beim Kochen. Machen Sie nur so viel Wasser heiß, wie sie wirklich brauchen - Stichwort Wasserkocher, kochen Sie mit Deckel und verwenden Sie einen Dampfgarer. Beim Backen empfiehlt sich Umluft statt Ober-/Unterhitze, denn damit sparen Sie sich oft das Vorheizen.

5. Stromfresser abschalten

Wer nicht unnötig Strom verbraucht, spart Gas. Hier hilft ganz ausschalten oder Stecker ziehen. Denn auch im Standby-Modus fressen Elektrogeräte Energie, was viele Verbraucher nicht bedenken. Bei Unterhaltungselektronik wie zum Beispiel einer Spielekonsole, die mit einem Netzwerk verbunden ist, können das bis zu zehn Watt sein.

Und wer es sich leisten kann, der sollte darüber nachdenken, alte Elektrogeräte durch neue, sparsamere Modelle zu ersetzen. Aber schon wenn wir unser Verhalten beim Nutzen unserer Haushaltsgeräte ändern, lässt sich Strom sparen und damit der Gasverbrauch senken. Wenn Sie etwa die Tür für den Kühlschrank nur aufmachen, wenn es wirklich notwendig ist, sparen Sie Energie. Ebenso, wenn Sie auf den zweiten Kühlschrank im Keller verzichten.

6. Heizkosten senken: Jetzt schon an den Winter denken!

Gas sparen: Eine Frau entlüftet eine Heizung  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa-tmn | Christin Klose)
Nicht vergessen: Rechtzeitig vor den kalten Tagen die Heizkörper entlüften. dpa-tmn | Christin Klose

In den Sommermonaten sind die Wohnräume auch ohne Heizung warm genug. Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Gasheizung auch wirklich auf Sommerbetrieb umgestellt ist. Denken Sie außerdem daran, Ihre Heizkörper zu entlüften. Das muss sicher nicht in den nächsten Tagen passieren, das sollten Sie aber rechtzeitig vor den ersten kalten Tagen erledigen. Außerdem können Sie prüfen, ob Ihre Fenster und Türen dicht genug sind und - falls nicht - diese jetzt schon besser abdichten, bei Fenstern beispielsweise mit Dichtungsband. All das kann ihre Heizkosten senken.

Warum steigen die Gaspreise eigentlich so stark?

Die steigenden Gaspreise haben verschiedene Gründe. Zunächst einmal steigt die Nachfrage nach Erdgas seit längerer Zeit. Nachdem Corona-Lockdown produziert die Industrie weltweit wieder mehr. Viele Unternehmen brauchen dafür Gas. Daneben sind die Gasspeicher in Deutschland nach dem kalten Winter 2021/2022 ziemlich leer und müssen wieder gefüllt werden. Und es wird mehr Gas verbrannt, um daraus Strom zu machen.

Zu der hohen Nachfrage nach Erdgas kommt ein schrumpfendes Angebot. Vor dem Ukraine-Krieg bezog Deutschland über die Hälfte seines Erdgases aus Russland. Nach der Wartung der Pipeline "Nord Stream 1" im Juli liefert das Land aber, wie auch schon die Monate zuvor, weniger Gas als üblich. Die zweite Pipeline "Nord Stream 2" wurde wegen des Angriff Russlands auf die Ukraine auf Eis gelegt.
Hohe Nachfrage, niedrigeres Angebot, das sorgt dafür, dass der Gaspreis derzeit hoch ist.

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