Fiederpolster. (Foto: SWR, SWR, Marc Sansone)

Weniger mähen: Fiederpolster und andere Kleinstauden statt Rasen

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Das Mähen und Gießen Ihres Rasens macht Ihnen zu viel Mühe? Eine Alternative: pflegeleichte Kleinstauden. Welche Pflanzen sich genau eignen, verrät SWR4 Gartenexperte Volker Kugel.

Stauden statt Rasen - wann macht es Sinn?

Rasen durch Kleinstauden zu ersetzen, bietet viele Vorteile und eignet sich besonders bei folgenden Flächen:

  • Geringe Nutzung: Wenig genutzte Rasenflächen sind ideal. Stark beanspruchte Rasenstücke dagegen nicht.
  • Kleine Flächen: Gerade kleine Flächen von zehn bis 20 Quadratmetern sind ideal, um sie mit Kleinstauden zu bepflanzen.

Weniger Kosten, weniger Zeit - das sind die Vorteile von Stauden

Kleinstauden statt Rasen sparen Arbeit: Ein Rasensprenger wässert eine Wiese. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / CHROMORANGE | Ernst Weingartner)
Geld und Wasser - das können Sie sich bei Kleinstauden sparen. picture alliance / CHROMORANGE | Ernst Weingartner
  • Weniger Arbeit: Das Mähen lässt sich auf ein- bis zweimal pro Jahr begrenzen. Das heißt, wir machen uns das Leben im Garten wirklich leichter.
  • Weniger Wasser: Ganz niedrig wachsende Stauden brauchen weniger Wasser. Außerdem muss nicht gedüngt und vertikutiert werden.
  • Geringere Kosten: Man spart sich die Kosten für Wasser, Düngemittel und Co.
  • Nahrung für Insekten: Einige der Rasenersatz-Pflanzen blühen und sind damit Futterquellen für Bienen & Co.
Rasen düngen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Im Oktober sollte ein spezieller Herbstrasendünger benutzt werden. Picture Alliance

Diese Stauden sind ein prima Rasenersatz

  • Zwergthymian: Besonders empfehlenswert ist hier die Sorte "Elfin". Diese wird nur drei bis fünf Zentimeter hoch, blüht im Juli/August dunkel-lila und ist gut trittverträglich. Gemäht werden muss er gar nicht. Durch sein grün-bläuliches Laub wirkt er von weitem ähnlich wie ein Rasen.
  • Teppichverbene: Auch sie ist gut geeignet, denn diese Staude hat kleine Blättchen und wächst kriechend am Boden entlang. Die kleinen, weißen Blüten erscheinen im Hochsommer. Bei Teppichverbenen müssen wir genau einmal mähen, und zwar, wenn die Blüten abgeblüht sind, ungefähr Anfang September. Die Teppichverbene ist sehr gut trittverträglich und hat eine Anmutung wie bei einem Rasen.
Teppichverbene. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, SWR, Marc Sansone)
Teppichverbene. SWR, Marc Sansone


  • Fiederpolster: Die Pflanze bildet ganz feine, hellgrüne Fiederblättchen, hat einen teppichartigen Wuchs, ist auch gut trittverträglich und pflegeleicht.

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  • Sternmoos: Diese Pflanze wächst so langsam, dass sie sich zum Beispiel auch dafür eignet, die Fugen von Trittplatten pflegeleicht zu begrünen.
Welliges Sternmoos. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Hippocampus Bildarchiv | Frank Teigler)
Welliges Sternmoos. picture alliance / Hippocampus Bildarchiv | Frank Teigler

Alle genannten Pflanzen, außer das Sternmoos, brauchen einen sonnigen oder zumindest halbschattigen Platz. Im vollen Schatten können sie nicht auf Dauer gedeihen.Das Sternmoos ist für den Schatten oder Halbschatten sehr gut geeignet.

Rasen raus, Stauden rein - so geht’s!

Zunächst wird der Rasenfilz von oben zirka drei bis vier Zentimeter entfernt. Das geht am besten mit einer sogenannten Rasenschälmaschine, die man sich als Mietgerät besorgen kann.
Danach wird der Boden mit einer Fräse bearbeitet und es sollte noch etwa drei bis fünf Zentimeter hoch Sand oder Lavasplitt eingearbeitet werden, um so die Trittfestigkeit des Bodens zu erhöhen.
Dann werden die Pflanzen relativ dicht gesetzt - mit 20 bis 25 Stück auf den Quadratmeter, die mit 20 Zentimeter Abstand eingebracht werden.

Das klingt erst mal viel, aber die Spareffekte stellen sich im Laufe der Jahre ein. Innerhalb eines Jahres bildet sich ein dichter Teppich. Im ersten Jahr müssen Sie noch regelmäßig Wildkräuter entfernen, die sich ansiedeln wollen - später haben die dann fast keine Chance mehr.

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